#1 Trockau: Gereizte Stimmung vorm Wasserhaus von Thomas 04.11.2019 18:34

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Trockau: Gereizte Stimmung vorm Wasserhaus

Bürger aus Leups nutzen Infoveranstaltung, um Unmut über Anschluss an die Juragruppe kundzutun

TROCKAU - "Eingeladen sind nur wohnansässige Bürger von Trockau." So stand es in der Einladung des Wasserzweckverbands der Juragruppe zur Besichtigung der hochmodernen Trinkwasserversorgungsanlage in Trockau. Verbandsvorsitzender Manfred Thümmler und Werkleiter Hans Hümmer hatten jedoch ihre Rechnung ohne die Bürger des Nachbarorts Leups gemacht, die ebenfalls zahlreich kamen, das Trockauer Wasserhaus von innen jedoch nicht besichtigen durften. Dies blieb alleine den Trockauern vorbehalten.
Verbandsvorsitzender Manfred Thümmler erläuterte den zahlreich erschienen Trockauern und Leupsern die Geschichte der Juragruppe und der Eigenwasserversorgung von Leups. Kritische Stimmen ließ Werkleiter Hans Hümmer nicht zu Wort kommen.



Verbandsvorsitzender Manfred Thümmler (2.v.li.) erläuterte den zahlreich erschienen Trockauern und Leupsern die Geschichte der Juragruppe und der Eigenwasserversorgung von Leups. Kritische Stimmen ließ Werkleiter Hans Hümmer (3.v.l.) nicht zu Wort kommen. © Thomas Weichert

Die Leupser nutzen die Veranstaltung, um ihrem Protest am Anschluss ihres Ortes an die Juragruppe erneut Nachdruck zu verleihen. Hümmer ließ sie aber nicht zu Wort kommen und übertönte die Zwischenrufe der Leupser wortgewaltig mit seiner Lautsprecheranlage. Die "Trockauer" FWG-Stadträte Thomas Schmidt und Hümmer hatten die Juragruppe gebeten, diese Info-Veranstaltung zu machen, da in Trockau wegen eines Leserbriefschreibers inzwischen Gerüchte kursieren, dass der Ort bis Ende 2021 an die Fernleitung der Juragruppe angeschlossen werden soll.

Die "Creußener Gruppe" lasse dazu angeblich bereits Probebohrungen im Lindenhardter Forst machen, um später für viel Geld der Juragruppe die dann ehemaligen Trockauer Quellgrundstücke abzukaufen. "Alles Unsinn", sagte Thümmler und erklärte, dass die Wasserversorgung Trockaus aus heutiger Sicht langfristig gesichert sei – solange das Wasserdargebot ausreiche.

Rund 1,9 Millionen Euro habe die Juragruppe in die Erneuerung der Trockauer Eigenwasserversorgung investiert. Thümmler betonte, dass die Juragruppe auch die Chance hoher Zuschüsse nutzen werde, für Trockau einen Abzweig zu schaffen, wenn die Versorgungsleitung für Leups gebaut werde. Für Leups sei die Trockauer Wasserversorgung ein zweites Standbein, das nur der Versorgungssicherheit diene.

Hümmer nannte öffentlich den Namen des Leserbriefschreibers: Leopold Mayer aus Mistelgau, der gegen ihn und Organe des Wasserversorgers auch mit rechtsnationalistischen Äußerungen in sozialen Netzwerken aufgetreten sei und versucht habe, in Trockau Aktivisten zu instruieren. Zwei Trockauer seien ihm inzwischen namentlich bekannt, die sich anscheinend dieser Thematik annehmen wollen, so Hümmer.

In keinster Weise stimme, was die beiden geäußert hätten. Zudem sei ein Antwortschreiben an einen dieser Trockauer inzwischen eins zu eins von Mayer veröffentlicht worden. Stadtrat Schmidt verwies im Gespräch mit unserer Zeitung darauf, dass in Trockau inzwischen diskutiert werde, den Ort in Zukunft anders mit Trinkwasser zu versorgen. Was nicht stimme, so Schmidt.

Die Stimmung mitten im Wald vor dem Wasserhaus war gereizt und heizte sich mit Zwischenrufen von Leupsern und Johann Linhardt aus Trockau immer weiter auf. Linhardt wollte für drei Minuten das Mikrofon, was ihm von Hümmer jedoch mehrfach verweigerte. "Der Zweckverband gehört uns, den Bürgern", rief Linhardt dazwischen und blieb hartnäckig. Er hatte einst mit Hümmer für den Erhalt der Wasserversorgung Trockau gekämpft. Dieses und viel mehr wolle er richtig stellen.
"Primitiv hoch drei"

Linhardt bezeichnete es als "primitiv hoch drei", dass nur in einer Richtung diskutiert wurde. Otto Lodes aus Leups rief lautstark dazwischen, dass die Juragruppe das Leupser Wasserhaus "runterranzen lassen" habe. "In Leups hätten wir uns genau so eine Diskussion gewünscht, wie sie heute hier stattfindet", sagte Frank Steffel und fragte sich, warum es in Leups nicht möglich sei, auch so eine Veranstaltung zu machen. Denn die Leupser hätten immer Einsicht in ihr Quellhaus nehmen wollen, was ihnen bis heute verwehrt worden sei.

Chemieingenieur Burkhard Bittner erläuterte unter anderem, dass die Quellschüttung der Trockauer Quellen im Durchschnitt bei drei Litern pro Sekunde liege. Dies sei noch ausreichend. Was der Klimawandel oder neue gesetzliche Vorgaben jedoch in Zukunft bringen werden, wisse man nicht.

Dazwischen würgte Hümmer immer wieder Vorwürfe der Leupser ab. So auch den, dass die Stadt Pegnitz an die Juragruppe Grundstücke verschenkt habe. Dies sei in keinster Weise zutreffend, sagte Hümmer. Den Leupsern erklärte er schließlich, dass sie im Dezember definitiv an die Juragruppe angeschlossen werden.

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