#1 Grenzüberschreitendes Zigarettenholen im Zeichen der Inzidenzwerte von Thomas 17.02.2021 20:22

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Der Kommentar

Im Landkreis Forchheim, zu dem auch die Stadt Forchheim als Landkreiskommune gehört, wird die nächtliche Ausgangssperre aufgrund des 7-Tage-Inzidenzwerts unter 100 ab Donnerstag, 18. Februar 2020 um 0:00 Uhr aufgehoben. Das Kuriose daran: Am heutigen Aschermittwoch gilt sie noch von 22 bis 24 Uhr. Die Bürger des Landkreises und der Stadt Forchheim dürfen demnach ab morgen auch noch nach 22 Uhr Zigaretten holen.

Die Bürger des Nachbarlandkreises und der Stadt Bayreuth aber nicht. In der Stadt Bayreuth – die eine Landkreis unabhängige Kommune ist – liegt der Inzidenzwert aktuell bei 72,21. Dies ist aber nur der „Tagesinzidenzwert“ gemessen zum Vortag. Also nicht der durchschnittliche 7-Tage-Inzidenzwert. Und im Landreis Bayreuth liegt er noch knapp über 100. Deswegen dürfen die Stadt- und Landkreisesbürger in Stadt und Landkreis Bayreuth nach 22 Uhr noch keine Zigaretten holen.

Fahre ich nun aber kurz vor 22 Uhr aus dem Landkreis Bayreuth sechs Kilometer von meinem Wohnort weiter in den Landkreis Forchheim, darf ich mir dort auch noch nach 22 Uhr Zigaretten aus einem Automaten ziehen. Ohne eine Strafe fürchten zu müssen.

Fahre ich dann jedoch nach 22 Uhr mit den Zigaretten wieder zu mir nachause in den Landkreis Bayreuth und werde von der Polizei angehalten, könnten es sehr teure Zigaretten werden. Mit Gebühren des Bußgeldbescheids und dem Preis der Zigaretten könnte so eine Schachtel dann etwa 300 Euro kosten. Obwohl ich ja niemanden unterwegs getroffen habe den ich mit dem Virus hätte anstecken können. Außer dann den Polizeibeamten die mich angehalten habe.

Was mache ich also ? Ich bleibe bis 5 Uhr früh in meinem Auto im Landkreis Forchheim sitzen und rauche die Schachtel Zigaretten, um dann wieder in den Landkreis Bayreuth zu fahren und mir neue zu kaufen. Wenn ich bis dahin nicht erfroren bin !

Der Irrsinn mit dem Inzidenzwert und den Ausgangssperren nimmt so seinen Lauf und bringt Kuriositäten an den Tag, bei denen eigentlich ein noch halbwegs normal denkender Mensch verzweifeln könnte.

Aber was ist in diesen Zeiten noch normal ? Die Politiker und Schreibtischtäter in den Ministerien, die sich so etwas ausdenken, scheinen es jedenfalls nicht mehr zu sein !

Ich fühle mich ins Mittelalter zurückversetzt, als sich die Fraischgrenzen noch mitten durch die Fränkische Schweiz zogen. Die damals noch "Muggendorfer Gebürg" hieß.

Thomas Weichert
Freier Journalist

Sie dazu: In Stadt und Landkreis Bayreuth dauert die Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr nach wie vor an.

Und: Ausgangssperre im Landkreis Forchheim entfällt am Donnerstag 18. Januar um 0:00 Uhr

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