POTTENSTEIN Mit dem Kabarettabend des bundesweit bekannten Dresdner Ensembles Kaktusblüte endete vor rund 100 begeisterten Besuchern die diesjährige Spielsaison in der Reihe „Kultur in der Teufelshöhle“. Die vier Kabarettisten Friedemann Heinrich, Uwe Hänchen, Monika Breschke und Jana Scheudek sind eine der wenigen Künstler die nicht aus Franken kommen und immer wieder einmal in der Teufelshöhle gastieren. Denn wie Tourismuschef Thomas Bernard während der Vorstellung informierte bietet die Bühne der Teufelshöhle normalerweise nur Künstlern aus Franken eine Plattform.
Die vier Dresdner Kabarettisten, die auch beim Pegnitzer Brettl keine Unbekannten sind, verstehen es geradezu grandios nicht nur das Publikum zu erheitern, sondern auch gekonnt ernste politische Themen auf die Schippe zu nehmen. Oder einfach nur auf der Bühne rumzublödeln, was sie mit ihrem neuen Bildungsprogramm „Doof sein ist schön“ humorvoll und urkomisch unter Beweis stellten. Urkomisch zum Beispiel das Urgestein der Kaktusblüte, Friedemann Heinrich als Rene Malvenberger, der ewige Gymnasiast der in der zehnten Klasse schon über dreißig mal sitzengeblieben ist. Seine Mutter, gespielt von Monika Breschke, die schwer hört, meint das ihr Rene die besten Voraussetzungen hat um Minister zu werden. Weil er bisher überall meisterhaft versagt hat. Oder wer hätte gewusst das Staubsaugervertreter Staubsauger vertreten und Volksvertreter das Volk und das Lehrer kein Beruf ist, sondern eine Diagnose ? Denn Lehrer haben keine Sympatisanten, im Gegensatz zu Terroristen. Oder dass die Bildzeitung die gefährlichste Zeitung Deutschlands ist. Denn die machen dich so fertig dass du dich danach nur noch erschießen kannst. Oder in die SPD – die „Schönkörper Partei Deutschlands – eintreten kannst. Eine Lachnummer auch als der Schneider, der von Beruf Schreiner ist, den ersten Computer seines Lebens kaufen will und die Konsole mit seiner Einbauküche verwechselt. Neben diesen ernsteren Dingen des Lebens dazwischen immer wieder Blödelei. Wie das Lied aus früheren DDR Zeiten das schon die Schüler lernen mussten und dass da lautet: „Unsere Heimat sind nicht nur die Städte und Dörfer.“ Dann folgt der Lagebericht zur Bundestagswahl. Natürlich brandaktuell. Nach der Wahl hat die Merkel die Weisheit der Dakota Indiana nicht begriffen: „Wenn vor dir ein großes Pferd reitet, steig ab.“ Rente mit 67 bedeutet übrigens 67 Euro Rente im Monat. Das sagen zwar nicht die Grünen, doch die fordern eine Tempo 30 Zone für Panzer und eine Frauenquote für die Gefallenen. Dann wird an die Deutsche Einheit vor 27 Jahren erinnert für die man im Westen viel gekämpft hat. Allerdings haben die Wessis nicht damit gerechnet dass sie das noch erleben. Zehn Millionen Westdeutsche waren nach dem Mauerfall bis heute noch nicht in den neuen Bundesländern. „Wir im Osten haben aber auch für euch 89 die Reisefreiheit erkämpft.“ Der war gut, und der hat gesessen, denn das Publikum klatscht begeistert Beifall. Und wegen den vielen Baustellen auf den bundesdeutschen Autobahnen wird die Maut nun auch noch in „Standgebühr“ umbenannt. Nach zwei Stunden mit Pause ging schließlich ein vergnüglicher Abend zu Ende der die Lachmuskeln kräftig strapaziert hatte. Ob sich auch die Fledermäuse, die über die Köpfe der Besucher und Künstler schwirrten, ebenfalls amüsiert hatten, lies sich nicht mehr ergründen.
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