Kommissar Feuchtgruber ermittelt wieder in Gößweinstein
Von Thomas Weichert
Kapitel 1: Der stumme Wächter der Basilika
Der Frühling in der Fränkischen Schweiz zeigte sich von seiner schönsten Seite. Die Obstbäume im Wiesenttal standen in voller Blüte, und die barocke Basilika von Gößweinstein thronte majestätisch über dem von der Morgensonne geküssten Marktplatz. Kriminalhauptkommissar Erwin Feuchtgruber genoss die Ruhe. Nach dem turbulenten Vorjahr mit der Verhaftungswelle rund um den Höhlenforscher-Verein und die Kurhaus-Affäre schien endlich wieder der fränkische Frieden eingekehrt zu sein. Erwin saß auf einer Holzbank vor der Basilika, in der Hand ein Stück warmes Käsestangengebäck von der lokalen Bäckerei. Doch die Idylle zerbrach mit dem markerschütternden Schrei von Mesner Baptist, der mit aufgerissenen Augen aus dem mächtigen Kirchenportal gestürzt kam. „Erwin! Um Gottes willen, Erwin! Schnell!“, schrie der alte Mann und deutete mit zitterndem Finger zurück in das Innere des Gotteshauses. Erwin zögerte keine Sekunde, ließ sein Gebäck fallen und sprintete durch das Portal. Drinnen roch es nach Weihrauch, Bienenwachs und – etwas, das Erwin sofort die Nackenhaare aufstellen ließ: dem süßlichen, metallischen Geruch von frischem Blut. Direkt vor dem prächtigen Hochaltar von Balthasar Neumann bot sich ihm ein Bild des Grauens. Am kunstvoll geschnitzten Chorgestühl lehnte eine Gestalt. Es war Stefan Behringer, der neu gewählte, dynamische Bürgermeister von Gößweinstein, der erst vor wenigen Monaten mit dem Versprechen angetreten war, Transparenz und absolute Ehrlichkeit in das von Skandalen geschüttelte Rathaus zu bringen. Behringer war tot. Seine Augen starrten leer zur prachtvollen Deckenmalerei empor. In seiner rechten Hand hielt er eine altmodische Sanduhr, in der der rote Sand unbarmherzig abgelaufen war. Um seinen Hals war eine schwere, goldene Kette gelegt – es war die offizielle Amtskette des Bürgermeisters, doch sie war mit einem massiven Vorhängeschloss direkt an den historischen Holzgittern des Chorgestühls festgekettet. „Schorsch! Spurensicherung! Sofort an die Basilika!“, bellte Erwin in sein Diensthandy, während seine Schritte auf den kalten Steinplatten hallten. Als Erwin den Tatort genauer untersuchte, bemerkte er ein Detail, das ihm den Atem raubte. Das Vorhängeschloss an der Amtskette war kein gewöhnliches Schloss. Es war ein uraltes, handgeschmiedetes Eisenschloss, in das drei Buchstaben eingraviert waren: B.G.W.
Kapitel 2: Die Zeit läuft ab Zehn Minuten später stürmte Schorsch Etzdörfer in die Kirche, die Haare zerzaust, den Notizblock gezückt. „Chef, nicht schon wieder! Wer tut so was an einem so heiligen Ort?“ „Jemand, der ein Zeichen setzen will, Schorsch“, sagte Erwin düster und zeigte auf die Sanduhr. „Das hier ist kein spontaner Beziehungstat. Das ist inszeniert. Der Bürgermeister wurde hierhergebracht oder hergelockt. Und schau dir das Schloss an. B.G.W.“ Pater Lukas, der durch den Lärm alarmiert worden war, trat mit bleichem Gesicht an die Absperrung. Er blickte auf das Schloss und bekreuzigte sich. „B.G.W.“, flüsterte der Pater mit belegter Stimme. „Das steht für die Bürger-Gilde Gößweinstein. Das war eine radikale, historische Geheimbruderschaft aus dem 19. Jahrhundert. Sie sahen sich selbst als die wahren, unfehlbaren Wächter des Ortes und haben damals Abtrünnige und korrupte Ratsmitglieder nach eigenem Recht verurteilt. Ich dachte, diese Gilde existiert seit hundert Jahren nur noch in den verstaubten Chroniken unseres Pfarrarchivs!“ „Scheint, als hätte jemand die Chroniken sehr aufmerksam gelesen“, kombinierte Erwin. „Pater Lukas, wer hatte in letzter Zeit Zugriff auf dieses Archiv?“ Der Pater schluckte schwer. „Eigentlich nur der Historiker und Leiter des Wallfahrtsmuseums, Dr. Valentin Voss. Er schreibt gerade an einem Buch über die dunklen Geheimnisse der Fränkischen Schweiz.“ Erwin wandte sich an Schorsch. „Wir statten Dr. Voss einen Besuch im Wallfahrtsmuseum ab. Und Schorsch – lass den Gerichtsmediziner prüfen, woran Behringer gestorben ist. Es gibt keine sichtbaren Wunden.“
Kapitel 3: Das Buch der Abrechnung
Der Weg hinauf zum Wallfahrtsmuseum war steil, und der Wind pfiff kühl durch die alten Gassen. Dr. Valentin Voss, ein älterer Herr mit einer dicken Hornbrille und Tweed-Sakko, empfing die Ermittler in seinem mit Exponaten und Büchern vollgestopften Büro im Museumstrakt. Als Erwin ihm von dem Mord und dem Schloss erzählte, ließ Voss vor Schreck seine Teetasse fallen. „Die Bürger-Gilde? Das ist unmöglich!“, stammelte Voss und wischte sich die Hände an einem Taschentuch ab. „Die Gilde hat sich 1920 offiziell aufgelöst. Ihre Pranger-Methoden waren drakonisch. Wenn sie der Meinung waren, ein Amtsträger schadet der Gemeinde, haben sie ihm die 'letzte Stunde' verkündet. Daher die Sanduhr!“ „Und wie vollstreckten sie ihre Urteile?“, bohrte Erwin nach. Voss sah die Ermittler mit schreckgeweiteten Augen an. „Sie nutzten das 'Wasser der Läuterung'. Ein hochkonzentriertes Destillat aus der giftigen Tollkirsche, gemischt mit lokalem Quellwasser. Es führt innerhalb von Minuten zum Herzstillstand, hinterlässt aber kaum äußere Spuren.“ „Der Bürgermeister wollte heute Abend im Gemeinderat die neuen Pläne für die Offenlegung der Gemeindefinanzen vorstellen“, warf Schorsch ein, der gerade eine Nachricht auf seinem Handy las. „Er hatte Beweise, dass Gelder aus dem Kulturetat seit Jahren veruntreut wurden.“ Erwin fixierte den Historiker. „Dr. Voss, wer wusste außer Ihnen noch so genau über die Methoden der Gilde Bescheid? Wer hat Ihr Archiv im Wallfahrtsmuseum besucht?“ Voss zitterte. „Vor einer Woche war jemand hier. Er hat die alten Protokolle der Gilde kopiert. Ich dachte, es sei für eine private Ahnenforschung. Es war... es war der Chef der örtlichen Traditions-Brauerei, Korbinian Wallfahrer!“
Zwei Wochen später saßen Erwin, Schorsch und Pater Lukas im Biergarten „Zur Fränkischen Schweiz“. Die Brauerei Wallfahrer war unter kommissarische Verwaltung gestellt worden, und die Gemeindefinanzen wurden nun lückenlos aufgearbeitet. Der Sommer klopfte an die Tür, und die Vögel zwitscherten in den Bäumen unterhalb der Burg. Die Bedienung brachte drei Seidla – diesmal jedoch ein helles Bier von einer Nachbarbrauerei aus der Region. „Manchmal frag ich mich, Erwin“, sagte Pater Lukas nachdenklich und strich über sein Kreuz, „ob der Boden in Gößweinstein einfach zu tief mit Geheimnissen getränkt ist. Jedes Mal, wenn wir glauben, es ist Ruhe, bricht das Alte wieder hervor.“ „Das Alte ist nicht das Problem, Herr Pater“, sagte Erwin und hob sein Glas. „Das Problem ist, wenn Menschen die Geschichte als Ausrede für ihre eigenen Sünden benutzen. Korbinian wollte nicht die Tradition retten, sondern sein Monopol.“ Schorsch grinste und stieß an. „Auf jeden Fall schmeckt das Bier der Nachbarn auch hervorragend, Chef. Und das Beste ist: Es ist garantiert frei von Tollkirschen und historischen Verschwörungen.“ „Wahre Worte, Schorsch“, lachte Erwin Feuchtgruber und nahm einen tiefen, erlösenden Schluck. „Auf Gößweinstein. Auf die Wahrheit. Und auf einen hoffentlich sehr langen, ruhigen Sommer.“
Kapitel 5: Flammenmeer und die Schatten der Vergangenheit
Der Sommer wich allmählich dem Herbst, und Gößweinstein bereitete sich auf das große, traditionelle Lichterfest vor. Die Hänge rund um die Burg und die Basilika wurden mit Tausenden kleinen Holzfeuern und Wachslichtern bestückt. Es war das absolute Highlight des Jahres, das Tausende von Pilgern und Touristen anzog. Kriminalhauptkommissar Erwin Feuchtgruber und Schorsch Etzdorfer standen auf der Aussichtsplattform, während die Dämmerung hereinbrach und die ersten Feuer entzündet wurden. „Ein wunderschöner Anblick, Chef“, sagte Schorsch und blies in seine Hände, um sie zu wärmen. „Heute bleibt es friedlich, das spüre ich im Urin.“ „Schorsch, beschrei es fei net“, brummte Erwin und nahm einen tiefen Schluck heißen Tee aus seiner Thermoskanne. Plötzlich gellte eine Sirene durch das Wiesenttal. Es war nicht das Signal für das Fest. Unten am Marktplatz, direkt aus den Fenstern des Wallfahrtsmuseums, schlugen dicke, pechschwarze Rauchwolken in den Abendhimmel. Das historische Gebäude brannte. Als Erwin und Schorsch die Brandstelle erreichten, war die Freiwillige Feuerwehr bereits im Großeinsatz. Die Flammen im Erdgeschoss waren schnell unter Kontrolle, doch im dichten Qualm des Archivs machten die Atemschutzgeräteträger eine grausige Entdeckung. Auf dem Boden zwischen versengten Vitrinen lag Dr. Valentin Voss, der Leiter des Museums. Er war nicht an Rauchgasen erstickt. Mitten in seiner Brust steckte eine uralte, geschmiedete Lanze – ein Exponat aus der kirchenhistorischen Abteilung des Museums. Seine Hand umklammerte krampfhaft ein kleines, halb verbranntes Fragment einer alten Pergamentrolle.
Kapitel 6: Das verbrannte Pergament
Am nächsten Morgen war das Wallfahrtsmuseum polizeilich abgesperrt. Es roch nach verbranntem Holz, Löschwasser und Ruß. Pater Lukas stand mit bleichem Gesicht neben Erwin im zerstörten Archivraum. „Das ist ein gezielter Anschlag auf unser Gedächtnis, Erwin“, sagte Pater Lukas leise und blickte auf die leeren, verkohlten Regale. „Valentin hat das Museum geliebt. Er hätte sein Leben für diese Dokumente gegeben.“ „Er hat sein Leben gegeben, Herr Pater“, korrigierte Erwin düster. Er hielt die Plastiktüte mit dem Pergamentfragment ins Licht. „Das Feuer wurde im Archiv gelegt. Der Mörder wollte gezielt Dokumente vernichten. Dr. Voss hat ihn überrascht. Schorsch, was sagt das Labor zu dem Pergamentrest?“ Schorsch trat vor, den Ruß noch im Gesicht. „Das Labor konnte ein paar Wörter sichtbar machen, Chef. Es ist ein lateinischer Text aus dem 17. Jahrhundert. Da steht etwas von 'Thesaurus Subterraneus' – unterirdischer Schatz – und die Koordinaten verweisen auf die Mariengrotte hinter der Basilika. Und noch etwas: Die Lanze, mit der Voss getötet wurde, ist die Replik der 'Heiligen Lanze' aus dem Besitz der Bürger-Gilde.“ „Die Bürger-Gilde schon wieder?“, stutzte Erwin. „Korbinian Wallfahrer sitzt doch im Gefängnis!“ „Aber die Gilde bestand nicht nur aus einer Familie“, warf Pater Lukas ein. „Es gab damals drei Gründungsfamilien, die den Eid geschworen hatten: Die Wallfahrers, die Familie von Dr. Voss... und die Familie des örtlichen Steinmetzes, den Großmanns.“
Kapitel 7: Der Code im Stein
Erwin und Schorsch suchten die Werkstatt von Steinmetz Veit Großmann auf, die sich unweit der Kneippanlage befand. Großmann, ein hagerer Mann mit staubigen Händen und finsterem Blick, meißelte gerade an einem Grabstein, als die Ermittler eintraten. „Veit“, begann Erwin ohne Umschweife. „Dr. Voss ist tot. Das Archiv des Wallfahrtsmuseums wurde niedergebrannt. Und der Mörder hat nach einem Dokument gesucht, das den Schatz der Bürger-Gilde beschreibt. Dem Schatz, den deine Familie im 19. Jahrhundert vor den Behörden versteckt hat.“ Großmann hielt im Schlagen inne. Er legte Meißel und Hammer beiseite und wischte sich den Staub von der Schürze. „Voss war gierig, Erwin. Er wollte das Geheimnis der Gilde lüften und den Schatz an ein großes Auktionshaus verkaufen, um das sanierungsbedürftige Museum zu retten. Er hat vergessen, dass dieser Schatz der Gemeinde gehört – und den wahren Bewahrern der Heimat.“ „Also hast du ihn zum Schweigen gebracht?“, fragte Schorsch und legte die Hand an seine Dienstwaffe. Großmann lachte kalt. „Ich? Nein. Ich bewahre das Erbe mit dem Meißel, nicht mit der Lanze. Aber Voss hatte einen Investor an der Hand. Einen Mann, der vorgab, das Museum zu unterstützen, aber in Wahrheit nur die alten Goldmünzen der Gilde aus der Mariengrotte stehlen wollte. Geht zur Grotte, Erwin. Wenn ihr schnell seid, erwischt ihr ihn.“
Kapitel 8: Das Urteil der Grotte
Der Nebel kroch durch die Mariengrotte hinter der Basilika, als Erwin und Schorsch mit gezogenen Waffen den feuchten Felsgang betraten. Das Flackern von Taschenlampen spiegelte sich an den nassen Wänden. Am Ende der Grotte, hinter einer gelockerten Steinplatte unter dem Altarbild, stand eine Gestalt. Es war Markus Brandner – der jüngere Bruder des im letzten Jahr vergifteten Investors Dr. Armin Brandner. Er hatte eine schwere, eiserne Kiste aus dem Felsspalt gezogen und füllte gerade goldene Kelche und historische Münzen in einen Rucksack. „Halt! Polizei! Keine Bewegung, Brandner!“, rief Erwin. Brandner fuhr herum, ein langes Jagdmesser in der Hand. „Ihr versteht das nicht!“, schrie er verzweifelt. „Mein Bruder wurde wegen diesem verdammten Ort umgebracht! Die Familie ist ruiniert! Das Gold hier steht uns zu! Voss wollte es mir nicht geben, er wollte es dem Staat überlassen. Da musste ich das Archiv anzünden, um die Spur zu verwischen. Er hat sich mir in den Weg gestellt!“ „Du hast einen unschuldigen Historiker ermordet, Brandner“, sagte Erwin und trat unerbittlich näher. „Die Gier deiner Familie hat schon einmal Blut gefordert. Jetzt ist Schluss damit.“ Brandner blickte auf das Messer, dann auf Erwins Mündung. Mit einem lauten Fluch ließ er die Waffe fallen und hob die Hände. Schorsch trat vor und drückte ihn grob gegen die kalte Felswand, um ihm die Handschellen anzulegen. „Das war deine letzte Runde in Gößweinstein, Brandner“, knurrte Schorsch.
Das Lichterfest der Wahrheit
Drei Tage später war das Lichterfest in vollem Gange. Tausende kleine Flammen erleuchteten die Hänge von Gößweinstein und tauchten den Marktplatz in ein goldenes, feierliches Licht. Der Schatz der Bürger-Gilde war sichergestellt und wurde nun rechtmäßig inventarisiert, um dem wiederaufzubauenden Wallfahrtsmuseum zugutezukommen. Erwin, Schorsch und Pater Lukas standen am Rande des Marktplatzes und hielten jeweils ein frisch gezapftes, dunkles Seidla in den Händen. „Ein schwerer Verlust für die Wissenschaft“, sagte Pater Lukas nachdenklich und blickte zu den brennenden Feuern hinauf. „Aber Dr. Voss' Vermächtnis wird im neuen Museum weiterleben. Dank des Schatzes ist die Zukunft der historischen Sammlung gesichert.“ „Und die Brandners sind wir auch endgültig los, Chef“, fügte Schorsch mit einem zufriedenen Grinsen hinzu. Erwin Feuchtgruber stieß mit den beiden an. Das Bier war kühl, der Schaum perfekt, und das Licht der tausend Feuer spiegelte sich in den Augen der friedlichen Wallfahrer. „Auf Valentin Voss“, sagte Erwin leise. „Auf die Wahrheit. Und darauf, dass die Geheimnisse von Gößweinstein jetzt endlich dort bleiben, wo sie hingehören: In den Geschichtsbüchern, und nicht auf unseren Tatorten.“ Die Gläser klangen zusammen, und im Einklang mit dem Knistern der Festfeuer läuteten die Glocken der Basilika den tiefen, verdienten Frieden der fränkischen Nacht ein.
Kapitel 9: Das Flüstern der Felsennadeln
Der Winter hatte Gößweinstein fest im Griff. Ein dichter Teppich aus glitzerndem Pulverschnee dämpfte jedes Geräusch, und eiskalte Zapfen hingen wie steinerne Dolche von den Dächern der barocken Basilika. Kriminalhauptkommissar Erwin Feuchtgruber saß in der gemütlichen Stube des Traditionsgasthofs, wärmte seine Hände an einem heißen Becher Glühwein und blickte durch das beschlagene Fenster auf den verschneiten Marktplatz. Nach dem dramatischen Brand im Wallfahrtsmuseum und der Bergung des Gilden-Schatzes im Herbst sehnte er sich nach nichts mehr als einem ereignislosen Jahreswechsel. Doch das Schicksal spannte die Ermittler in der Fränkischen Schweiz nicht lange auf die Folter. Das Handy in Erwins Manteltasche vibrierte heftig. Es war Schorsch. „Erwin... du musst sofort zum Gernerfels kommen“, keuchte sein Assistent, und das Zähneklappern war trotz der schlechten Verbindung deutlich zu hören. „Die Bergwacht hat beim Kontrollgang etwas im Schnee gefunden. Es... es sieht aus wie eine makabre Eisskulptur.“ Als Erwin wenig später keuchend den schneebedeckten Gipfel des Gernerfelsens erreichte, schlug ihm ein eisiger Wind ins Gesicht. Schorsch stand neben zwei sichtlich geschockten Männern der Bergwacht vor einer der markanten Felsennadeln. Dort, auf einem hölzernen Aussichtsplateau, saß eine Gestalt auf einem improvisierten Thron aus Eis und Tannenzweigen. Es war Dr. Renate Winter, die leitende Gutachterin des Landesamtes für Denkmalschutz, die nach den Skandalen der Vorjahre die endgültige kartografische Einteilung der geschützten Zonen rund um Gößweinstein vornahm. Sie war tiefgefroren. Ihre Haut hatte die bläuliche Farbe von Gletschereis angenommen, und ihre Lippen waren starr geöffnet. In ihrem Schoß lag ein schweres, historisches Buch aus Leder – die offizielle Stadtchronik von Gößweinstein. Doch das Schrecklichste war ihr Hals: Eine filigrane Schnur aus geflochtenem Rosshaar war tief in die Haut eingeschnitten. Eine typische Wilderer-Schlinge. „Erwin, schau dir die Chronik an“, flüsterte Schorsch und deutete mit eingefrorenen Fingern auf das aufgeschlagene Buch. Eine Passage aus dem Jahr 1648 war rot unterstrichen worden. Daneben klebte eine mit Blut geschriebene Notiz: WER DIE GRENZEN DER HEIMAT VERSCHIEBT, DER WIRD VOM RECHT DER WILDNIS GERICHTET. ------------------------------ Kapitel 10: Das Erbe der Jäger
Zurück im beheizten Pfarrhof goss Pater Lukas den beiden Ermittlern heißen, schwarzen Kaffee ein. Er hatte die Stadtchronik, die die Spurensicherung freigegeben hatte, auf dem Holztisch ausgebreitet. Seine Stirn lag in tiefen Falten. „Das 'Recht der Wildnis'“, murmelte Pater Lukas und strich sich nachdenklich über das Kinn. „Erwin, das ist eine Formulierung, die man im Dreißigjährigen Krieg nutzte. Als die Schweden die Fränkische Schweiz besetzten, bildete sich in den tiefen Wäldern um Gößweinstein eine Gruppe von Untergrund-Jägern, die 'Freischützen'. Sie schützten die Jagdgründe und die Grenzen der Gemeinde mit radikaler Brutalität gegen jeden Eindringling.“ „Und was hat die Denkmalschützerin Dr. Winter damit zu tun?“, bohrte Schorsch nach und klammerte sich an seine Kaffeetasse. „Sie hat doch nur Grenzen auf Karten eingezeichnet!“ „Genau das ist der Punkt“, kombinierte Erwin kühl. „Sie hat letzte Woche ihr neues Gutachten fertiggestellt. Es ging darum, welche Waldgebiete rund um die Burg und den Gernerfels für die exklusive, private Jagd gesperrt und für den sanften Tourismus freigegeben werden. Damit hat sie mächtigen Leuten vor den Kopf gestoßen.“ „Der größte Jagdpächter in diesem Revier ist der alteingesessene Forstrat und Büchsenmacher Waldfried Ggoll“, warf Schorsch ein. „Seine Familie rühmt sich seit Generationen damit, die direkten Nachfahren der historischen Freischützen zu sein.“ Erwin stellte seine Tasse mit einem harten Knall ab. „Wir besuchen den Herrn Forstrat. Und Schorsch – lass mir das Rosshaar der Schlinge im Labor untersuchen. Ich will wissen, ob das aus einer modernen Produktion stammt oder antik ist.“
Kapitel 11: Spur im Tiefschnee
Die Werkstatt von Waldfried Ggoll lag tief im Wald versteckt, unweit der alten Schottersmühle. Der Geruch von Waffenöl, gegerbtem Leder und Holzrauch lag in der Luft. Als Erwin und Schorsch die schwere Eichentür aufstießen, stand Ggoll an einer Werkbank und reinigte den Lauf eines alten Jagdgewehrs. Er zeigte keinerlei Überraschung. „Ich habe auf euch gewartet, Erwin“, sagte Ggoll mit tiefer, rauer Stimme, ohne aufzusehen. „Die Winter wollte unser Erbe zerstören. Sie wollte die uralten Jagdpfade, die meine Familie seit Jahrhunderten hegt und pflegt, für Wandergruppen und Mountainbiker freigeben. Sie hätte den Wald entweiht.“ „Das gibt dir nicht das Recht, sie wie ein Stück Wild zu erlegen, Waldfried!“, setzte Erwin an und legte die Hand auf den Holster seiner Dienstwaffe. Ggoll lachte leise und schüttelte den Kopf. „Ich habe sie nicht getötet, Erwin. Ich halte mich an das Gesetz des Freischützen – und das besagt, dass ein Urteil im Geheimen gefällt wird, aber niemals von einem Einzelnen. Die Winter hat die Grenzen verletzt. Aber den Knoten der Schlinge... den knüpfe ich anders.“ Erwin stutzte. „Was meinst du damit?“ „Das Rosshaar“, sagte Ggoll und blickte Erwin nun direkt in die Augen. „Es stammt nicht aus meiner Werkstatt. Es stammt von den alten Präparaten im Magazin des Wallfahrtsmuseums. Jemand hat sich dort bedient, bevor das Archiv im Herbst gebrannt hat. Und es gibt nur eine Person, die den Generalschlüssel zum Magazin hatte, während Valentin Voss im Krankenhaus lag – seine Stellvertreterin und die aktuelle kommissarische Leiterin des Museums, Elfriede Voss!“
Kapitel 12: Eisiges Finale an der Basilika
Erwin und Schorsch rasten zurück zum Marktplatz. Der Schnee peitschte gegen die Windschutzscheibe des Streifenwagens. Als sie am Wallfahrtsmuseum an kamen, war das Gebäude dunkel, doch eine Spur von frischen Fußabdrücken führte direkt hinüber zum Seiteneingang der Basilika. Mit gezogenen Waffen betraten die Ermittler das dämmrige Gotteshaus. Das einzige Licht stammte von den Opferkerzen vor dem Altar. Dort, im Chorgestühl, stand Elfriede Voss. In ihrer Hand hielt sie eine geladene, historische Steinschlosspistole – ein weiteres Stück aus der Gilden-Sammlung ihres verstorbenen Onkels. „Bleiben Sie stehen, Frau Voss! Legen Sie die Waffe nieder!“, rief Erwin, seine Stimme hallte streng durch das barocke Kirchenschiff. Elfriede Voss drehte sich um, ihre Augen glänzten im Kerzenlicht von einem fanatischen Fieber. „Mein Onkel Valentin ist wegen der Gier dieser Investoren und Gutachter gestorben!“, schrie sie, und ihre Stimme zitterte vorgestauter Wut. „Er wollte das Museum retten, und sie haben ihn ermordet! Dr. Winter war keinen Deut besser. Sie wollte das Land an die Tourismuskonzerne verschachern, unter dem Deckmantel des 'sanften Tourismus'. Ich habe die Chronik der Freischützen gefunden. Ich habe vollendet, was die Gilde und die Schützen immer getan haben: Die Schänder unserer Heimat gerichtet!“ „Sie haben Selbstjustiz geübt, Elfriede“, sagte Erwin und trat Schritt für Schritt auf sie zu. „Ihr Onkel wollte das Erbe bewahren, nicht neues Blut vergießen. Legen Sie die Pistole weg. Es bringt ihn nicht zurück.“ Elfriede blickte auf das historische Gemälde an der Decke der Basilika, dann auf den kalten Lauf von Erwins Dienstwaffe. Der verbliebene Stolz wich einer tiefen, erschöpften Trauer. Mit einem Schluchzen ließ sie die alte Waffe auf die Steinplatten fallen, wo sie mit einem metallischen Klacken liegen blieb. Schorsch trat sofort vor und legte ihr die Handschellen an.
Epilog: Das Versprechen des Frühlings
Drei Tage später, am Silvesterabend, hatte sich der Schneesturm gelegt. Eine feierliche Stille lag über Gößweinstein. Erwin Feuchtgruber, Schorsch Long und Pater Lukas standen auf dem Balkon des Pfarrhofs und blickten auf den hell erleuchteten Marktplatz. Die Bedienung des Gasthofs hatte ihnen drei dampfende Krüge mit frisch gebrautem Winterbock-Bier nach oben gebracht. „Es ist geschafft“, sagte Pater Lukas leise und hob seinen Krug. „Das alte Jahr nimmt seine Schrecken mit sich. Elfriede Voss wird die Hilfe bekommen, die sie braucht, und das neue Gutachten für den Denkmalschutz wird nun von einer unabhängigen Kommission ohne Druck von außen fertiggestellt.“ „Ein Wahnsinn, Chef“, schüttelte Schorsch den Kopf. „Erst der Wirt, dann die Köchin, der Höhlenforscher, der Brauer und jetzt die Museumsleiterin. Man darf in Gößweinstein bald niemandem mehr trauen, der eine Tracht trägt.“ Erwin Feuchtgruber schmunzelte und stieß mit den beiden an. Der dunkle Winterbock schmeckte kräftig und wärmte von innen heraus. „Die Heimat ist kein Museum, Schorsch, und auch kein exklusives Jagdrevier“, sagte Erwin nachdenklich, während im selben Moment das große Neujahrsläuten der Basilika einsetzte. „Sie gehört den Menschen, die hier friedlich leben wollen. Und solange wir hier aufpassen, bleibt Gößweinstein genau das, was es sein soll.“ Die Gläser klangen zusammen, und während die Glocken das neue Jahr einläuteten, erstrahlte der Himmel über der Fränkischen Schweiz in einem friedlichen, farbenfrohen Feuerwerk.
„Die Handlung und alle handelnden Personen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeiten mit lebenden oder realen Personen wären rein zufällig.
Kriminalhauptkommissar Erwin Feuchtgruber rieb sich die Schläfen. Vor ihm stand ein frisch gezapftes, dunkles Seidla Wallfahrerbier, doch der Appetit war ihm gründlich vergangen. Eigentlich wollte er den lauen Sommerabend im gemütlichen Biergarten unterhalb der mächtigen Burg Gößweinstein ausklingen lassen. Stattdessen starrte er nun auf das hölzerne Bierzelt-Ensemble mit Blick auf die barocke Basilika. Dort, wo normalerweise glückliche Wallfahrer und Wanderer ihre Schäufele verzehrten, saß die lokale Berühmtheit und Marktgemeinderätin Elvira Kummer. Kerzengerade. Maustot. Ihre Augen waren weit aufgerissen, und ihr Gesicht hatte die ungesunde Farbe eines unreifen Knödels angenommen. Mitten in ihrem tiefen Teller mit fränkischem Sauerbraten steckte eine Gabel – und auf der Gabel lag ein handgeschriebener Zettel. „Des fei net“, murmelte Erwins schon etwas älterer Kollege, Assistent Schorsch Etzdörfer, der gerade mit der Spurensicherung eingetroffen war und nervös über sein spärliches Haupthaar strich. „Wer vergiftet denn bitteschön den Sauerbraten? Des is ja ein Sakrileg!“ Erwin zog eine Pinzette aus seiner Manteltasche und fischte den Zettel aus der Lebkuchensauce. Der Text war in krakeligen Großbuchstaben verfasst: „WER DIE HEIMAT VERRÄT, DER STIRBT AM SCHÄUFELE. ODER EBEN AM BRATEN. DIE NÄCHSTE ZECHE ZAHLST DU.“ „Schau her, Schorsch“, sagte Erwin und hielt das Papier ins fahlere Licht der Biergarten-Laternen. „Die Kummer wollte nächste Woche im Marktgemeinderat den Bau einer modernen Aussichtsplattform direkt am Gernerfels durchwinken. Da gab es gewaltigen Gegenwind von den Naturschützern und den alteingesessenen Bergwachtlern.“ „Meinst, einer von den Kletterern hat hier die Soße nachgewürzt?“, fragte Schorsch und schluckte schwer. Erwin antwortete nicht. Sein Blick wanderte zum Tresen. Dort stand der Wirt Eduard Heuhuber, ein stämmiger Franke mit einem Bart, in dem man ein ganzes Vesperbrot hätte verstecken können. Sein Biergarten war erst kürzlich einem Buttersäure-Anschlag zum Opfer gefallen. Eduard Heuhuber wischte mit einem sichtlich zittrigen Tuch immer wieder dasselbe Glas trocken. Der Kommissar ging hinüber, die Dielen des alten Wirtshauses knarzten unter seinen Schritten. „Eduard“, sagte Erwin ruhig. „Du hast die Elvira bedient. Was war da los?“ Eduard schaute nicht auf. „Erwin ich sag’s dir wie es is. Die Elvira hat ihr Essen bestellt, wie immer. Sauerbraten, extra viel Soße, zwei Klöß. Ich hab's ihr rausgetragen. Dann kam dieser Tourist – oder wer auch immer das war. Ein Kerl mit einer tief ins Gesicht gezogenen Schiebermütze. Er hat angeblich nach dem Wanderweg zur Balthasar-Neumann-Promenade gefragt. Er stand kurz an ihrem Tisch, während ich drinnen ein neues Fass angestochen hab.“ „Und wie sah der Typ aus?“, bohrte Schorsch nach. „Na, normal halt! Blaue Jacke. Aber er hat geredet wie ein Preuße. Berliner Dialekt. Hochdeutsch, ohne jeden Zungenschlag. Das fällt hier in der Fränkischen Schweiz doch sofort auf!“, stieß Schorsch hervor und stellte das Glas mit einem harten Knall auf die Theke. Udo war angeblich sein Name. Erwin stutzte. Ein professioneller Giftmörder, der sich als Tourist tarnte? Oder ein cleverer Einheimischer, der absichtlich die Sprache verstellte, um die Ermittler auf eine falsche Fährte zu locken? „Schorsch, wir prüfen die Überwachungskameras am Busparkplatz und an der Basilika“, wies Erwin seinen Assistenten an. „Und lass mir die Sauce im Labor untersuchen. Ich will wissen, ob das E605 war oder etwas Kreativeres.“ Als Schorsch herauseilte, trat die jung gebliebene Maria, die gute Seele der Küche und seit vierzig Jahren die Köchin des Hauses, an den Tresen. Sie drückte Erwin eine Tasse starken, schwarzen Kaffee in die Hand. Erwin, hör net auf das Geschwätz vom Schorsch“, flüsterte sie mit rauer Stimme. „Der 'Preuße' war kein Tourist. Ich hab den Schal gesehen, den er verloren hat, als er Richtung Kneippanlage und Kurpark weglief. Das war der exklusive Schal vom lokalen Höhlenforscher-Verein. Den kriegen nur die Gründungsmitglieder. Und weißt du, wer da im Vorstand sitzt?“ Erwins Augen verengten sich. „Der Investor, der die Schottersmühle kaufen wollte und von der Kummer im Gemeinderat blockiert wurde.“ „Genau so schaut's aus“, sagte Maria und nickte grimmig. „Heimatliebe geht bei uns eben durch den Magen – und manchmal über Leichen.“ Erwin trank den Kaffee in einem Zug aus. Der Abend würde lang werden, und das Seidla Bier musste wohl bis zum nächsten Wochenende warten.
Kapitel 2: Dunkle Gassen und die Beichte von Pater Lukas
Der nächste Morgen in Gößweinstein begann mit dichtem Nebel, der wie ein Leichentuch über dem Wiesenttal hing. Kriminalhauptkommissar Erwin Feuchtgruber saß in seinem provisorischen Büro in der Polizeiinspektion, als das Telefon schrillte. Es war das Labor aus Bamberg. „Erwin? Wir haben das Gift“, tönte es aus dem Hörer. „Kein E605. Es war Blauer Eisenhut. Hochgiftig, wächst direkt bei euch in der Fränkischen Schweiz an feuchten Waldrändern. Jemand hat die Blätter fein gehackt und unter die Lebkuchensauce gemischt. Der Geschmack wurde perfekt vom lebkuchensüßen Aroma der Soßee übertönt.“ „Danke, Kollege“, murmelte Erwin Feuchtgruber und legte auf. Also doch ein Naturprodukt. Das passte ins Bild. „Chef!“, platzte Schorsch in den Raum, sichtlich außer Atem. „Ich hab das Alibi vom Investor der Schottersmühle geprüft. Der war zur Tatzeit nachweislich bei einer Sitzung im Kreistag in Forchheim. Aber Pater Lukas von der Basilika hat angerufen. Er meint, er muss uns dringend sprechen. Es geht um das Seelenheil der Gemeinde – und um den Mord.“ Wenige Minuten später schritten die beiden Ermittler durch das mächtige Portal der barocken Basilika. Drinnen roch es nach Weihrauch und kaltem Stein. Pater Lukas, ein hagerer Mann mit gütigen, aber besorgten Augen, erwartete sie bereits am Chorgestühl. „Kommissar Feuchtgruber“, sagte der Pater mit gedämpfter Stimme. „Ich stehe unter dem Siegel des Beichtgeheimnisses, was konkrete Namen angeht. Aber meine Pflicht als Christ zwingt mich, Ihnen einen Hinweis zu geben. Gestern Spätnachmittag, kurz vor der Tat, war jemand im Beichtstuhl. Die Person war völlig von Sinnen. Sie sprach von einer ‚Reinigung Gößweinsteins‘ und dass der Teufel auf dem Gernerfels thronen würde, wenn die Aussichtsplattform gebaut wird.“ „Hat derjenige die Tat gestanden?“, bohrte Erwin nach. „Nein“, schüttelte Pater Lukas den Kopf. „Aber die Person sagte, dass die Wahrheit tief im Schoß der Erde liegt. In der ‚Unterwelt‘, wo die wahren Hüter der Heimat zu Hause sind.“ Erwin Feuchtgruber und Schorsch sahen sich an. Die Unterwelt. Der Höhlenforscher-Verein. „Schorsch, wir müssen zu Ferdl Haselhuber“, wies Erwin seinen Assistenten an. „Dem gehört die halbe Ausrüstung im Ort, und als Chef des Höhlenforscher-Vereins kennt er jeden Winkel unter der Erde.“ Sie trafen den kauzigen Höhlenforscher Ferdl Haselhuber hinter seinem Haus, wo er gerade schlammige Seile und Karabiner sortierte. Als Erwin ihm das Beweisstück – den gefundenen Vereinsschal – unter die Nase hielt, wurde Haselhuber bleich. „Ja, mächsd mich derschlaff, Erwin“, stammelte Haselhuber im reinsten Dialekt. „Des is fei mei alter Schal! Den hab ich vor einer Woche in der Burghöhle liegen lassen. Aber ich war gestern den ganzen Abend in der Fellnerdoline unterwegs. Fragt die Franzi! Aber ich sag euch eins: Jemand hat gestern Abend unser geheimes Ausrüstungslager in der alten, nicht erschlossenen Nebenhöhle direkt unterhalb der Burg aufgebrochen. Ich wollt grad hin, um nach dem Rechten zu sehen.“ „Waffe raus, Schorsch“, flüsterte Erwin Feuchtgruber, als sie wenig später den steilen Pfad zur Burg Gößweinstein hinaufstiegen. Der Nebel hatte sich noch immer nicht verzogen, der Boden war glitschig vom Tau. Hinter einer dichten Brombeerhecke stießen sie auf den eisernen Gitternetz-Eingang der Höhle. Das Vorhängeschloss war tatsächlich aufgebrochen. Sie schalteten ihre Taschenlampen ein. Die Kälte der Höhle schlug ihnen sofort entgegen, der Atem bildete kleine Wolken. Der Lichtstrahl tanzte über Jahrtausende alte Stalaktiten. Plötzlich ertönte aus der Tiefe des Ganges ein dumpfer Aufprall – gefolgt von hastigen Schritten, die das Echo der Höhle unheimlich verzerrte. „Halt! Polizei!“, rief Erwin und rannte los. Der Gang verengte sich, sie mussten sich ducken. Am Ende einer großen Halle sahen sie eine Gestalt im fahlen Schein einer Grubenlampe. Es war der Wirt, Eduard Heuhuber. In der Hand hielt er eine alte Holzkiste von Haselhubers Verein, gefüllt mit getrockneten, dunklen Pflanzenblättern. „Eduard! Bleib fei stehen!“, rief Schorsch. „Des hat doch keinen Wert mehr!“ Eduard drehte sich um, sein Gesicht war tränenüberströmt. „Ihr versteht des net, Erwin!“, schrie er verzweifelt gegen die Höhlenwände an. „Die Kummer wollte unseren Ort verkaufen! Eine Aussichtsplattform für Massentouristen auf unserem heiligen Gernerfels! Die traditionsreichen Gasthöfe sterben aus, und sie holt die großen Ketten her. Ich musste Gößweinstein schützen! Den Schal vom Haselhuber hab ich extra mitgenommen, falls mich einer sieht!“ „Mit Gift, Eduard?“, fragte Erwin Feuchtgruber ruhig und trat langsam näher. „Du hast den unschuldigen Sauerbraten missbraucht und einen Menschen getötet.“ „Es war für die Heimat“, flüsterte Eduard, ließ die Kiste fallen und brach auf dem feuchten Höhlenboden zusammen. Die getrockneten Blätter des Blauen Eisenhuts verteilten sich im Staub. Schorsch trat vor und legte dem zitternden Wirt die Handschellen an. Als sie aus der dunklen Höhle traten, brach die Sonne durch den Nebel und beleuchtete die Spitzen der Basilika. „Weißt du, was das Schlimmste an der Sache ist, Schorsch?“, fragte Erwin, als sie den Berg hinabgingen. „Dass der Eduard jetzt ins Gefängnis muss, Chef?“ „Nein“, seufzte Erwin Feuchtgruber. „Dass es in ganz Gößweinstein jetzt auf absehbare Zeit keinen anständigen Sauerbraten mehr gibt.“
Zwei Wochen nach dem dramatischen Zugriff in der Höhle hatte sich der Nebel über Gößweinstein endgültig verzogen. Ein milder Sommerabend legte sich über den Marktplatz. Erwin Feuchtgruber und sein Assistent Schorsch saßen im gemütlichen Biergarten eines verbliebenen Traditionsgasthofs Zur Fränkischen Schweiz. Vor ihnen dampften zwei riesige Portionen Schäufele mit krachiger Kruste und hausgemachten Kartoffelklößen. „Na also, Schorsch“, sagte Erwin und hob sein frisch gezapftes, dunkles Wallfahrerbier Seidla. „Nach dem ganzen Theater mit dem Sauerbraten schmeckt das Schäufele gleich doppelt so gut.“ „Da haben Sie recht, Chef“, grinste Schorsch und stieß mit ihm an. „Und das Beste ist: Der Marktgemeinderat hat das Projekt auf dem Gernerfels offiziell auf Eis gelegt. Der Denkmalschutz hat eingegriffen.“ In diesem Moment öffnete sich das hölzerne Gartentor, und zwei bekannte Gesichter traten an den Tisch. Pater Lukas, stilecht im schwarzen Talar, und der Höhlenforscher Ferdl Haselhuber, der sich den Staub der Fellnerdoline noch schnell von der Hose geklopft hatte. „Grüß Gott, die Herren“, sagte Pater Lukas mit einem sanften Lächeln. „Ist an diesem Tisch der Gerechten noch ein Platz für die Kirche und die Wissenschaft frei?“ „Aber freilich, Herr Pater, Ferdl, setzt euch zu uns!“, rief Erwin Feuchtgruber gut gelaunt und winkte die Bedienung herbei. „Zwei Seidla für die Neuzugänge, aber zackig!“ Ferdl Haselhuber nahm erleichtert Platz und legte seine Hände auf den hölzernen Tisch. „Ich sag’s euch, Erwin, Erwin... Ich bin fei echt froh, dass meine Ausrüstung wieder vollzählig im Lager liegt. Der Eduard Heuhuber hat mir da unten ein ganz schönes Durcheinander hinterlassen. Aber dass er meinen verlorenen Schal als falsche Fährte nutzen wollte – das nimmt mir mein Lokalstolz heute noch krumm.“ „Der Eduard hat sich von seinem falschen Patriotismus verleiten lassen“, stellte Pater Lukas ernst fest und faltete die Hände. „Er hat vergessen, dass man die Heimat nicht schützt, indem man das Gebot ‚Du sollst nicht töten‘ bricht. Seine Beichte bei mir war der verzweifelte Versuch, sein Gewissen vor der Tat noch irgendwie reinzuwaschen. Gott sei Dank konntet ihr Schlimmeres verhindern.“ Die Bedienung Klara brachte die kühlen Biere. Der weiße Schaum stand perfekt über dem dunklen Gerstensaft. „Auf Gößweinstein“, sagte Erwin Feuchtgruber und hob sein Glas in die Runde. „Dass unsere Höhlen tief bleiben, unsere Kirchen voll und unsere Braten in Zukunft absolut giftfrei!“ „Prost!“, erklang es viermal unisono, während im Hintergrund die Glocken der Basilika den Feierabend einläuteten.
Kapitel 3: Bitterer Schnaps und die Altstadt-Fehde
Kaum waren die Knochen des Versöhnungs-Schäufeles abgenagt, war es mit der Idylle in Gößweinstein wieder vorbei. Nur drei Wochen nach Eduard Heuhubers Festnahme schrillte Erwin Feuchtgrubers Diensthandy. Mitten in der Nacht. „Erwin, komm schnell zum Minigolfplatz unterhalb der Burg“, keuchte Schorsch am anderen Ende der Leitung. „Wir haben wieder eine Leiche. Und diesmal ist es richtig ungemütlich.“ Als Erwin wenig später den Tatort erreichte, lag der Geruch von feuchtem Gras und billigem Kirschlikör in der Luft. Scheinwerfer der Spurensicherung tauchten die Bahnen in ein gespenstisches Licht. Direkt auf Bahn 7 – der berüchtigten „Vulkan“-Bahn – lag eine Gestalt im feinen Zwirn. Es war Dr. Armin Brandner, der vermögende Investor aus Forchheim, der damals die Schottersmühle kaufen wollte und nach dem Mord an der Gemeinderätin endgültig abgewiesen worden war. Seine Augen starrten glanzlos in den fränkischen Nachthimmel. Neben seiner Hand lag ein umgekipptes Schnapsglas. In seiner Brusttasche steckte, wie eine bizarre Dekoration, ein blauer Minigolfschläger. „Erwin, schau mal“, sagte Schorsch und zeigte mit der Taschenlampe auf den betonierten Rand der Bahn. Dort war mit Kreide eine klobige Nachricht hinterlassen worden: WER DIE HEIMAT KAUFEN WILL, DER ZAHLT MIT DEM LEBEN. DIE LETZTE RUNDE GEHT AUFS HAUS. „Ein Nachahmungstäter?“, murmelte Erwin und rieb sich den Schlafmangel aus den Augen. „Oder hat der gute Eduard Heuhuber doch einen Komplizen gehabt, der sein Werk nun fortsetzt?“ „Das Gift war diesmal kein Eisenhut, Chef“, warf der Gerichtsmediziner ein, der gerade aufstand. „Der bittere Mandelgeruch ist unverkennbar. Zyankali. Extrem schnell, extrem tödlich.“ Erwin blickte sich um. Am Rand des Minigolfplatzes stand zitternd die Pächterin der Anlage, die betagte Walli Knauer, eingewickelt in eine Wolldecke. „Walli“, trat Erwin an sie heran. „Was ist passiert? Wer war hier?“ „Ich... ich weiß es nicht, Erwin“, stammelte sie. „Der Dr. Brandner hatte ein spätes Treffen hier. Er wollte die Anlage pachten, um daraus einen modernen Erlebnispark zu machen. Er saß an Tisch 3 und hat auf jemanden gewartet. Ich war in der Hütte, um die Kasse zu machen. Dann hörte ich nur einen Schrei und das Scheppern von Glas.“ „Hast du jemanden weglaufen sehen?“, bohrte Schorsch nach. „Nur eine Silhouette“, flüsterte Walli. „Groß, schlank, mit einer dunklen Kutte. Ich dachte erst, es sei Pater Lukas auf dem Rückweg zur Basilika. Aber die Gestalt war viel zu flink. Sie rannte den steilen Pfad hinauf in Richtung der Kreuzbergkapelle.“ Erwin Feuchtgruber sah hinauf zur Burg, deren Umrisse sich dunkel gegen den Nachthimmel abhoben. Der Fall Heuhuber war gelöst, doch die Wut über den Ausverkauf der Heimat saß in der Gemeinde tiefer, als die Ermittler geahnt hatten. „Schorsch, wir wecken Pater Lukas auf – wir müssen wissen, wer in Gößweinstein neuerdings in Kutte herumläuft“, befahl Erwin grimmig. „Und lass die Überwachungsvideos der Kreuzbergkapelle auswerten. Jemand versucht hier, einen heiligen Krieg um unsere Heimat zu führen.“
Kapitel 4: Das Geheimnis der Kreuzbergkapelle
Die Stufen hinauf zur Kreuzbergkapelle waren steil und vom nächtlichen Tau spiegelglatt. Schorsch leuchtete mit einer zittrigen Taschenlampe den Weg voran, während Erwin mühsam Schritt hielt. „Eine Kutte, Chef... meinst du echt, der Herr Pater hat etwas damit zu tun?“, keuchte Schorsch und rutschte fast auf einer feuchten Baumwurzel aus. „Pater Lukas bricht vielleicht das Fasten für ein gutes Seidla, aber er vergiftet keine Investoren“, erwiderte Erwin atemlos. „Die Kutte war ein Kostüm. Um unerkannt durch die finsteren Gassen der Altstadt zu kommen. Wer in Gößweinstein eine Kutte trägt, fällt nachts erst mal nicht auf – wir sind schließlich ein Wallfahrtsort.“ Oben an der Kapelle angekommen, bot sich ihnen ein Bild des Friedens, das so gar nicht zu dem grausamen Mord im Tal passen wollte. Die Tür der kleinen Kapelle stand jedoch einen Spaltbreit offen. Drinnen brannte ein Meer aus Opferkerzen. Erwin stieß die schwere Holztür lautlos auf. Vor dem Altar lag etwas, das im flackernden Kerzenlicht metallisch glänzte: Ein schwerer, alter Schlüssel mit einem ledernen Anhänger. Erwin trat näher und hob ihn mit einem Taschentuch hoch. Auf dem Leder stand eingebrannt: „Kneippanlage & Kurbetrieb – Archiv“. „Der Schlüssel gehört zum alten, stillgelegten Trakt des Kurhauses“, stellte Schorsch überrascht fest. „Das Gebäude steht seit Jahren leer. Dr. Brandner wollte es nächsten Monat ersteigern, um dort ein Luxus-Wellnesshotel hinzubauen!“ „Und genau das hat jemand mit allen Mitteln verhindert“, schlussfolgerte Erwin. „Schorsch, ruf die Zentrale an. Sie sollen das Archiv des Kurhauses sofort umstellen. Wir fahren hin.“
Kapitel 5: Finale im Kurbad
Das alte Kurhaus am Rande des Kurparks wirkte im fahlen Licht des beginnenden Morgens wie ein riesiges Gespenst aus Beton und Holz. Die Fenster waren verrammelt, doch die Nebeneingangstür stand weit offen. Das Schloss war nicht aufgebrochen worden – es war sauber aufgeschlossen worden. Erwin und Schorsch betraten das Gebäude mit gezogenen Dienstwaffen. Der Geruch von Staub, altem Papier und Chlor lag in der Luft. Ihre Schritte hallten unheimlich auf den alten Linoleumböden. Sie folgten dem fahlen Schein eines Lichts, das aus dem Kellergeschoss drang – dem alten Archiv. Als sie die Schwelle zum Archivraum überschritten, trauten sie ihren Augen nicht. Zwischen Bergen von alten Aktenordnern stand eine Person und stopfte hektisch Dokumente in einen Aktenvernichter. Es war keine Unbekannte. Es war Maria, die vermeintlich gute Seele der Küche aus dem ersten Fall. Sie trug noch immer die dunkle, weite Regenjacke mit Kapuze, die Walli Knauer im Dunkeln für eine Kutte gehalten hatte. Auf dem Tisch neben ihr stand eine kleine braune Apothekerflasche mit der Aufschrift Kaliumcyanid. „Halt! Polizei! Hände hoch, Maria!“, rief Erwin, die Waffe fest im Anschlag. Maria fuhr herum. Ihr sonst so freundliches Gesicht war starr vor Zorn und Enttäuschung. Sie ließ die Papiere fallen und hob langsam die Hände. „Du hast Eduard damals verpfiffen, Maria“, sagte Erwin sichtlich erschüttert. „Du hast uns den Tipp mit dem Höhlenforscher-Schal gegeben. Warum?“ Maria lachte bitter auf. „Weil Eduard ein Stümper war! Er hat die Kummer umgebracht, weil er Angst um seinen Biergarten hatte. Ein Amateur! Aber er hat damit alles ruiniert. Er hat die Polizei in den Ort geholt, bevor mein Plan fertig war!“ „Dein Plan?“, bohrte Schorsch nach, während er ihr vorsichtig die Handschellen anlegte. „Brandner hatte Verträge in der Tasche, Schorsch!“, rief Maria verzweifelt. „Er hat nicht nur die Schottersmühle gewollt. Er hatte die Beamten im Landratsamt geschmiert, um das gesamte historische Kurviertel abzureißen! Hier, seht euch die Akten an! Er hätte Gößweinstein zerstört, um seine hässlichen Beton-Bunker für reiche Touristen hochzuziehen. Ich arbeite seit vierzig Jahren in diesem Ort. Ich habe zugesehen, wie die Traditionen sterben. Ich musste Brandner stoppen, bevor er den Vertrag für das Kurhaus unterschreibt. Der Minigolfplatz war seine letzte Station.“ „Und dafür gehst du über Leichen, Maria?“, fragte Erwin leise. „Glaubst du wirklich, so rettet man die Heimat?“ „Die Heimat rettet sich nicht von allein, Erwin“, entgegnete Maria kühl, als Schorsch sie abführte.
Drei Tage später saßen Erwin und Schorsch wieder im Biergarten „Zur Fränkischen Schweiz“. Die Sonne schien, und die Basilika erstrahlte im besten Sommerlicht. Doch die Stimmung war gedrückt. Zwei Morde in so kurzer Zeit hatten den beschaulichen Wallfahrtsort tief erschüttert. Pater Lukas trat an ihren Tisch und setzte sich schweigend. Die Bedienung brachte drei Seidla Wallfahrerbier. „Es ist ein Jammer“, sagte der Pater und blickte in sein Glas. „Der Teufel hat viele Gesichter, aber dass er sich als übertriebene Heimatliebe tarnt, das schmerzt die Gemeinde am meisten. Maria war eine gläubige Frau.“ „Heimatliebe ist wie starker Schnaps, Herr Pater“, sagte Erwin nachdenklich und nahm einen tiefen Schluck aus seinem Seidla. „Ein bisschen davon wärmt das Herz. Aber wenn man zu viel davon erwischt, wird es zum reinen Gift.“ Schorsch nickte stumm und biss in eine Stadtwurst. „Immerhin, Chef... das Kurhaus bleibt erst mal stehen. Und der Denkmalschutz prüft jetzt die alten Akten, die Maria noch nicht vernichtet hat. Brandners Verträge sind illegal.“ Erwin hob sein Glas in die Runde. „Auf Gößweinstein. Dass es ab jetzt wieder das bleibt, was es sein soll: Ein Ort für friedliche Wallfahrer, gutes Bier und absolut friedliche Nachbarn. Prost.“ Die Gläser klangen zusammen, und im Hintergrund läuteten die Glocken der Basilika den wohlverdienten Feierabend ein.
Kapitel 6: Das Erbe der Schottersmühle
Die Blätter in den Wäldern rund um die Burg Gößweinstein färbten sich bereits herbstlich rot, als das Telefon in Erwin Feuchtgrubers Büro erneut das Ende des Friedens einläutete. Am Apparat war Ferdl Haselhuber, der Chef des Höhlenforscher-Vereins. Seine Stimme zitterte so heftig, dass Erwin ihn kaum verstand. „Erwin! Du musst kommen! Es ist an der Schottersmühle... dem alten Wehr!“, stammelte Ferdl. „Ich wollte nach dem Rechten sehen, weil dort wegen des Denkmalschutzes Baustopp ist. Da... da treibt jemand im Wasser!“ Zehn Minuten später stand der Streifenwagen mit kreischenden Reifen am Ufer des kleinen Flusses Wiesent, direkt unterhalb der der Schottersmühle. Schorsch sicherte mit rot-weißem Flatterband das Flussufer, während die Feuerwehr eine Gestalt aus dem eiskalten, strömenden Wasser barg. Es war Dr. Klaus-Dieter Wagner, der oberste Denkmalschutzprüfer des Landkreises Forchheim. Er war der Mann, der nach Marias Verhaftung die illegalen Verträge des vergifteten Investors Dr. Brandner prüfen sollte. Doch Wagner würde keinen Bericht mehr schreiben. Seine Brille fehlte, sein Gesicht war bleich und im Schilf verfangen. „Ertrunken?“, fragte Schorsch mit bangem Blick auf den leblosen Körper. „Glaub ich nicht“, sagte Erwin düster, kniete sich in den Schlamm und deutete auf den Hals des Toten. „Siehst du die Würgemale? Da hat jemand kräftig nachgeholfen, bevor er ihn in die Wiesent geworfen hat.“ Als die Sanitäter den Toten auf die Trage hoben, fiel ein nasses, zusammengefaltetes Stück Papier aus der Manteltasche des Prüfers. Erwin entfaltete es vorsichtig mit der Pinzette. Der Text war mit einer Schreibmaschine getippt worden, doch die Botschaft war dieselbe brutale Sprache wie zuvor: WER DIE GEHEIMNISSE DER HEIMAT VERKAUFT, GEHT MIT IHR UNTER. DAS WAR DIE LETZTE WARNUNG AN DIE BEAMTEN. „Das gibt es doch nicht!“, rief Schorsch verzweifelt aus. „Der Wirt Eduard sitzt im Knast, die Köchin Maria ist in der U-Haft. Wer zur Hölle mordet denn jetzt noch im Namen der Heimat?!“ „Jemand, der verhindern wollte, dass Dr. Wagners Prüfbericht jemals das Licht der Welt erblickt“, kombinierte Erwin kühl. „Maria sagte, der Investor Brandner habe Beamte im Landratsamt geschmiert. Dr. Wagner war diesen korrupten Machenschaften auf der Spur. Und der Mörder sitzt diesmal nicht in der Küche oder im Wirtshaus, Schorsch. Er sitzt im Rathaus oder im Landratsamt.“
Kapitel 7: Die Masken fallen
Die Ermittlungen führten Erwin und Schorsch tief in die Bürokratie des Landkreises. Stundenlang wälzten sie Wagners unvollendete Notizen, die sie aus seinem versiegelten Büro im Forchheimer Amt geholt hatten. Und dort stießen sie auf eine brisante Querverbindung: Eine private Beraterfirma hatte die Verträge zwischen dem Investor Brandner und der Gemeinde Gößweinstein vermittelt – und dafür Millionen an Schmiergeldern kassiert. Der Kopf dieser Scheinfirma? Ein alteingesessener, hoch angesehener Name aus der Fränkischen Schweiz. „Chef, schau dir das an“, sagte Schorsch und tippte auf ein Dokument. „Die Baugenehmigung für die Schottersmühle wurde damals von einer einzigen Person im Bauausschuss im Eilverfahren durchgewunken. Und genau diese Person hat vor drei Tagen eine halbe Million Euro auf ein Schweizer Konto überwiesen bekommen.“ Erwin las den Namen, und ihm fror das Blut in den Adern: Ferdl Haselhuber. Der kauzige Höhlenforscher und vermeintliche Heimatretter. „Er hat uns damals im ersten Fall den Tipp mit Eduards Einbruch im Höhlenlager gegeben, um sich selbst als Opfer darzustellen“, begriff Erwin plötzlich. „Und im zweiten Fall hat er geschwiegen. Er war Brandners geheimer Partner! Als Brandner und die Gemeinderätin tot waren, hatte Ferdl Angst, dass der Denkmalschutzprüfer Wagner die Schmiergeldspuren zu ihm zurückverfolgt.“ Mit Blaulicht rasten sie zurück nach Gößweinstein. Doch Ferdl Haselhubers Haus war leer. Seine Kletterausrüstung fehlte. „Er flieht in sein Revier“, sagte Erwin grimmig. „Die Unterwelt.“
Kapitel 8: Showdown in der Fellnerdoline
Es war stockdunkel, als Erwin und Schorsch den Rand der Fellnerdoline erreichten – eines der tiefsten und gefährlichsten Höhlensysteme der Fränkischen Schweiz. Am Einstieg der Doline hing ein frisch befestigtes Kletterseil. „Schorsch, du bleibst oben und sicherst den Ausgang. Wenn ich in zehn Minuten nicht funk, holst du die Bergwacht“, befahl Erwin, schaltete seine Stirnlampe ein und klinkte sich in das Seil ein. Erwin seilte sich vorsichtig in den engen, vertikalen Schacht ab. Die Kälte schlug ihm entgegen, der Fels war nass und rutschig. Nach zwanzig Metern erreichte er die erste große Halle. Im Schein seiner Lampe sah er Ferdl Haselhuber. Er stand am Rand eines tiefen Abgrunds, einen schweren Rucksack auf dem Rücken, die Flucht nach Nürberg durch die unterirdischen Gänge bereits geplant. „Halt, Ferdl! Es ist vorbei!“, rief Erwin, die Stimme hallte ohrenbetäubend von den Tropfsteinen wider. Er hielt die Waffe auf ihn gerichtet. Ferdl fuhr herum, das Licht seiner Grubenlampe blendete Erwin. „Erwin, du verstehst das nicht!“, schrie Ferdl, und seine Stimme überschlug sich vor Wahnsinn. „Ich habe diesen Ort geliebt! Aber die Höhlenforschung kostet Geld! Der Verein war pleite! Brandner hat mir Millionen versprochen, wenn ich ihm helfe, die Grundstücke rechtlich sauber zu bekommen. Ich musste Wagner töten, er hatte die Kontoauszüge!“ „Du hast den Denkmalschutzprüfer ermordet und es als radikale Heimatliebe getarnt, um den Verdacht auf die Öko-Aktivisten zu lenken!“, hielt Erwin dagegen und trat einen Schritt näher. „Du bist kein Heimatretter, Ferdl. Du bist einfach nur gierig.“ Ferdl blickte in den gähnenden Abgrund hinter sich, dann auf Erwins Waffe. Der Stolz des alten Höhlenforschers war gebrochen. Er ließ die Karabiner fallen, sank auf die Knie und hielt Erwin die zitternden Hände entgegen. „Die Heimat... verzeiht mir nie“, flüsterte er.
Epilog: Der wahre Frieden
Es dauerte bis zum Winter, bis in Gößweinstein wirklich Ruhe einkehrte. Ferdl Haselhuber, Maria und Eduard Heuhuber saßen nun alle in der Justizvollzugsanstalt Bamberg und warteten auf ihre Prozesse. Die illegale Beraterfirma war zerschlagen, die Schottersmühle wurde offiziell zum geschützten Naturdenkmal erklärt. Es war der vierte Adventssonntag. Der Marktplatz vor der Basilika war in weiches, gelbes Licht getaucht, und der Duft von Glühwein und gebrannten Mandeln lag in der Luft. Erwin und Schorsch standen mit Pater Lukas an einer hölzernen Bude des kleinen Weihnachtsmarktes. Sie hielten dampfende Tassen mit heißem, fränkischen Apfelglühwein in den Händen. „Nun ist das Trio Infernale der Gößweinsteiner Heimatkrimis also hinter Gittern“, sagte Pater Lukas und nahm einen wärmenden Schluck. „Eduard mordete aus Angst, Maria aus Wut und Ferdl aus Gier. Drei Todsünden in unserem kleinen Wallfahrtsort.“ „Aber jetzt ist der Sumpf ausgetrocknet, Herr Pater“, sagte Schorsch und lächelte erleichtert. „Das Kurhaus wird saniert, die Schottersmühle bleibt unberührt, und im Rathaus wird wieder ehrlich gearbeitet.“ Erwin Feuchtgruber blickte hinauf zu den beleuchteten Türmen der Basilika, aus denen das feierliche Weihnachtsläuten erklang. Er spürte zum ersten Mal seit Monaten eine tiefe, ehrliche Ruhe im Ort. „Weißt du, Schorsch“, sagte Erwin und stieß mit seiner Tasse an. „Es hat drei Leichen gebraucht, um zu beweisen, dass man die Heimat nicht mit Gift, Gewalt oder Schmiergeld beschützt. Man beschützt sie, indem man aufeinander aufpasst.“ „Wahre Worte, Chef“, sagte Schorsch. „Und das Beste ist: Nächstes Wochenende macht der neue Wirt im Biergarten auf. Es gibt endlich wieder absolut giftfreien Sauerbraten.“ „Na dann“, grinste Erwin. „Prost, Schorsch. Auf den echten Frieden in Gößweinstein.“
„Die Handlung und alle handelnden Personen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeiten mit lebenden oder realen Personen wären rein zufällig.
Das der CDU/CSU-Fraktionschef im Deutschen Bundestag, Jens Spahn und sein Ehemann per Leihmutterschaft in den USA Eltern geworden sind, sorgt für ein politisches Beben.
Der Vorwurf der Heuchelei wiegt schwer, denn seine eigene Partei lehnt die Leihmutterschaft strikt ab – und Spahn tat dies in der Vergangenheit selbst. Für die Bewertung dieses Falls hilft ein Blick zurück in Spahns Amtszeit als Bundesgesundheitsminister, insbesondere auf die hochumstrittenen Maskenbeschaffungen der Corona-Pandemie. Damals wie heute zeigt sich ein wiederkehrendes Muster im politischen Handeln des CDU-Politikers.
Kontra: Die Arroganz der Macht und der moralische Rechtsbruch
Kritiker sehen in Spahns jüngstem Schritt das Paradebeispiel einer Eliten-Mentalität nach dem Motto: „Regeln gelten für euch, aber nicht für mich.“ Leihmutterschaft ist in Deutschland aus guten ethischen Gründen – zum Schutz vor der Kommerzialisierung des weiblichen Körpers – verboten. Wer im Ausland ein Verbot umgeht, das er im Inland politisch verteidigt, verliert jede moralische Integrität. Hier schließt sich der Kreis zu den Masken-Deals seiner Ministerzeit. Damals wurden in der Not Verträge am Vergaberecht vorbei geschlossen, oft über dubiose Kontakte und zu völlig überhöhten Preisen, die den Steuerzahler Milliarden kosteten. Das Muster ist identisch: Wenn das persönliche oder politische Ziel es erfordert, werden bestehende Normen, Gesetze oder Werte dehnbar. Im Fall der Masken war es der administrative Pragmatismus im Krisenmodus; im Fall der Leihmutterschaft ist es das private Glück, das über die Parteilinie und die deutsche Rechtsordnung gestellt wird. Spahn instrumentalisiert sein Christsein („das echte Leben vs. die reine Lehre“), um einen eklatanten Widerspruch weichzuzeichnen. Das beschädigt im Wahlkampf die Glaubwürdigkeit der gesamten Union.
Pro: Pragmatismus im echten Leben und das Recht auf Familie
Man kann die Sache jedoch auch anders bewerten. Spahns Argumentation, dass die „reine Lehre“ der Politik oft am „echten Leben“ scheitert, beschreibt eine Realität, die viele Bürger nachvollziehen können. Ein unerfüllter Kinderwunsch ist eine tiefe persönliche Krise. Dass ein homosexuelles Paar den legalen Weg im Ausland nutzt, ist kein Verbrechen, sondern gelebter Pragmatismus. Auch bei den Masken-Deals war Spahns Handeln im Kern von einem harten Pragmatismus getrieben: Es ging mitten in einer globalen Krise darum, schnellstmöglich Schutzkleidung zu besorgen, um Menschenleben zu retten – dass dabei bürokratische Regeln brachen, war der extremen Ausnahmesituation geschuldet.
In beiden Fällen zeigt Spahn den Mut, sich über starre Dogmen hinwegzusetzen. Er trennt das private Lebensmodell konsequent von der politischen Programmatik. So wie er 2017 für die „Ehe für alle“ stimmte und damit die Mehrheitsmeinung seiner Partei ignorierte, bricht er auch jetzt ein konservatives Tabu. Spahn führt der CDU damit vor Augen, dass sich gesellschaftliche Realitäten nicht dauerhaft durch Verbote wegdrücken lassen. Fazit: Ein Rücktritt ist unausweichlich
Pragmatismus im Privatleben ist legitim, in der Spitzenpolitik hat er jedoch Grenzen – insbesondere dann, wenn er in offene Doppelmoral umschlägt. Die Masken-Deals konnte Spahn noch als Fehler im Eifer einer Jahrhundertkrise verbuchen. Der jetzige Fall der Leihmutterschaft hingegen war eine jahrelang geplante, zutiefst private Entscheidung, die im maximalen Widerspruch zu seinen eigenen politischen Forderungen steht. Ein Fraktionsvorsitzender muss das Gesicht und die Programmatik seiner Partei glaubwürdig verkörpern. Wenn Jens Spahn die Gesetze und Werte, die er für die Bürger beschließt oder verteidigt, für sich selbst nicht anwendet, verliert er das Recht, diese Partei anzuführen. Die Masken-Deals zeigten bereits eine riskante Neigung zur Dehnung von Regeln. Die Leihmutterschaft ist nun der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Spahn sollte den Weg freimachen, um weiteren Schaden von seiner Partei abzuwenden.
Wie einst Hoffmann von Fallersleben, dem Schöpfer der Deutschen Nationalhymne. Ich war übrigens auch schon in seinem Geburtshaus in Fallersleben in der Nähe von Wolfsburg, das heute ein Museum ist. Sehr sehens- und erlebenswert.
Die Festung im Kopf: Warum Gedankenfreiheit kein Relikt des Vormärz ist
Wenn wir heute im Schulunterricht oder bei feierlichen Anlässen die dritte Strophe unserer Nationalhymne singen, schwingt im Hintergrund oft eine wohlige historische Distanz mit. „Einigkeit und Recht und Freiheit“ – das klingt nach einem abgehakten Kapitel der deutschen Erfolgsgeschichte. Doch blickt man auf das Jahr 1842 und das Schicksal ihres Schöpfers August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, bricht die bequeme Fassade ein. Seine Biografie offenbart die bittere Wahrheit: Freiheit ist kein Dauerzustand, sondern ein permanenter Abwehrkampf. Als der preußische Staat Hoffmann von Fallersleben 1842 wegen seiner regimekritischen Verse feuerte, ihn enteignete und ins Exil trieb, wollte die Obrigkeit vor allem eines: ein Exempel statuieren und ein Gehirn mundtot machen. Die Antwort des Dichters war genial wie zeitlos. Er flüchtete sich in die Tradition, griff das alte Volksgut „Die Gedanken sind frei“ auf und goss es in die Form, die wir heute kennen. Es war der ultimative, trotzige Mittelfinger gegen die Zensoren seiner Zeit. Wenn der Körper im Kerker verrottet, so die Botschaft, bleibt der Verstand die uneinnehmbare Festung. Das Paradoxon der deutschen Geschichte liegt darin, dass Hoffmann von Fallersleben die äußere Freiheit (den Nationalstaat) forderte, aber im Moment der bittersten Niederlage auf die innere Freiheit (die Gedanken) zurückgeworfen wurde. Er begriff, dass kein Gesetz der Welt und kein Obrigkeitsstaat das Innere eines Menschen kontrollieren kann, solange dieser sich nicht selbst aufgibt. Man mag geneigt sein, diese Episode im Giftschrank des 19. Jahrhunderts zu vergraben. Doch das wäre ein fataler Irrtum. Die Schranken und Zensoren von heute tragen keine preußischen Pickelhauben mehr. Sie verbergen sich hinter den Algorithmen totalitärer Überwachungsstaaten, hinter digitaler Vorratsdatenspeicherung oder im subtilen Druck gesellschaftlicher Echokammern, in denen unliebsame Meinungen sozial hingerichtet werden.
Hoffmann von Fallerslebens Doppelschlag von 1841 und 1842 lehrt uns: Das Fundament jeder Nationalhymne und jedes freien Staates ist nicht die Verfassung auf dem Papier. Es ist das unzensierte, freie Denken im Kopf jedes Einzelnen. Wer die Gedankenfreiheit als historische Selbstverständlichkeit abtut, hat sie bereits halb verloren. „Es bleibet dabei“, sang man vor fast zweihundert Jahren im Untergrund. Es muss auch heute dabei bleiben – gerade dann, wenn der Gegenwind lauter wird.
Helau und Alaaf, ihr närrischen Leut’! Ich tret’ heut’ in die Bütt, weil’s mich freut, ein Loblied auf ein Städtchen zu singen, das lässt mein Herz im Dreivierteltakt schwingen. Mitten im Herzen, das ist doch klar, liegt Ebermannstadt, ganz wunderbar! Wo die Wiesent gemütlich durch’s Städtla fließt, und man auf dem Marktplatz sein Bierchen genießt. Schaut hoch zur Wallerwarte, dem steinernen Turm, da oben trotzt man jedem Wettersturm. Und wer die Waden mal richtig will quälen, wird den Weg hoch zum Schlüsselstein wählen. Doch „Ebser“ sein, das ist nicht alles, beim närrischen Treiben des Faschingsballes! Von Gasseldorf bis Moggast hin, da steckt viel echter Frohsinn drin! In Wohlmuthshüll, da feiert man wild, und Burggaillenreuth ist unser stolzes Schild. Und hört ihr den Ruf, der die Luft durchbricht? „Ebs Aha!“ schallt’s durch die Gassen, da kann man das Feiern einfach nicht lassen. Doch aufgepasst, die Nachbarn sind nah, „Müschberch Uhu!“ – so rufen sie dort, an diesem wunderbar schrägen Ort. Doch schaut euch an das Rathaus-Spiel, da wollen zwei zum gleichen Ziel! An der Spitze steht die Christiane, sie schwenkt seit Jahren die Regie-Fahne. Als NLE-Chefin hält sie das Steuer, manchmal ist’s ruhig, mal brennt’s wie Feuer. Doch ein Schatten fällt aufs Rathaus-Dach, der Uwe ist nun wach! Er will auf den Thron, das ist sein Plan, und schaut sich die Bilanz mal an. „Mehr Tempo!“ ruft er, „nicht nur verwalten!“, er will die Stadt ganz neu gestalten. Sie kontert mit Ruhe und viel Routine, er zeigt die kämpferische Miene. Ist es ein Duell wie bei „High Noon“? In Ebs gibt’s schließlich viel zu tun! Vom Marktplatz-Pflaster bis zum Baugebiet, man fragt sich, wer am Ende das Liedchen zieht. Die Wähler schauen sich das Spektakel an: „Wer ist die Frau? Wer ist der Mann?“ Doch heute ist Fasching, da ruht der Zwist, egal, wer morgen der Chef hier ist. Wir schenken ein und trinken aus, auf Meyer, Hölzel und das ganze Haus! Ob Kohle, Dampf oder Windesrad, wir lieben unser Ebermannstadt! Was wär’ unser Ebs ohne die Jugend, das Lernen hier ist die höchste Tugend! Die Schulstadt ist unser ganzer Stolz, geschnitzt aus echtem, hartem Holz! Nun mein Rat an das Rathaus-Paar: Ob Christiane gewinnt oder der Uwe lacht, vergesst nicht, was uns glücklich macht! Streitet euch nicht um jeden Stein, ladet euch lieber auf ein Seidla beim Schwanen ein! Regiert mit Witz und Verstand das Städtla, für jeden Jungen und jedes Mädla. Dann bleibt unser Ebs, das ist gewiss, die Perle, die man niemals misst ! Ebs Aha!
Helau und Alaaf, ihr Leut’ im Saal, ich grüß’ euch heute allzumal! In Leutenbach, da ist was los, die Sorgen klein, der Ärger groß?
Setzt auf die Kappen, spitzt die Ohren, hier wird der Dorf-Tratsch neu geboren! Zuerst ein Blick auf’s Rathaus-Dach, da wacht der Florian, ganz wach.
Als Bürgermeister Kraft bekannt, regiert er nun das Frankenland. Doch hat er’s schwer, man glaubt es kaum, denn die IG Aufbruch raubt ihm den Traum! Die IG prüft mit scharfem Blick, jeden Beschluss und jeden Trick. Ob Rumpler-Kauf, ob Wasser-Preis, die machen dem Gemeinderat ordentlich heiß! Da sitzen sie, die treuen Recken, die sich vor keinem Streit verstecken: Der Reinhard Weber, Raimund Dörfler fein, und die Ulrike Götz wirft ihr Veto mit ein! Doch hört mal zu, beim Rumpler-Streit, da sind die Anwälte jederzeit bereit! Die Revision ist des Anwalts Freud’, und des Bürgers großes Leid. Der Gasthof steht leer, die Kasse ist hohl, da fühlt sich kein Steuerzahler mehr wohl! Und wollt ihr mal auf Wanderschaft, mit Elan und voller Muskelkraft? Der Dolinenwanderweg bei Seidmar lockt, damit kein Wanderer im Sumpf verstockt. Ein Loch im Boden, tief und rund, ist für den Touristen der beste Grund! Doch passt gut auf, wo ihr hintretet, damit ihr nicht um Rettung betetet! Das Krämers-Haus, die alte Pracht, hat uns schon schlaflose Nächte gebracht. Die Dorferneuerung ist ein schweres Stück, wir hoffen alle auf ein glückliches Geschick. Vom alten Muff zum neuen Glanz, vielleicht klappt’s ja doch noch – beim nächsten Tanz! Doch nun zum Graus, zum Wasser-Geld, das uns die Haare zu Berge stellt! Die Siebenschläfer, frech und klein, nisteten sich im Hochbehälter ein! Dutzende Nager, klammheimlich und leise, zerlegten die Technik auf ihre Weise. Zehntausende Euro für die Sanierung pur, das ist die teuerste Nager-Kur! Und wer den Bescheid im Kasten fand, dem zitterte vor Schreck die Hand! Kanal und Wasser, fünfstellig teuer, das ist ein wahres Ungeheuer! Ob Dietzhof oder Leutenbach-Kern, die Kosten haben wir gar nicht gern. Das Wasser schmeckt nach purem Gold, wenn man den Zähler-Tränen Zoll zollt! Doch hört auf zu zanken, IG und Rat, schreitet gemeinsam nun zur Tat! Reicht euch die Hände, beim Bier und beim Wein, so soll es im schönen Leutenbach sein! Vergesst die Anwälte, vergesst den Groll, sonst wird das ganze Dorf noch toll! Denn trotz Doline und Nagetier, wir Leutenbacher bleiben hier! Ob Wasser, Rumpler oder altes Haus, wir machen stets das Beste draus! Drum stoßen wir an auf Leutenbach, mit einem dreifach kräftigen... LEUTENBACH HELAU!
Ihr Narren, hört, was ich euch sag, vom Ort, den jeder gerne mag. In Gößweinstein, da brennt die Luft, nicht nur wegen Winkles Bratwurstduft! Schaut euch den Hanngörg Zimmermann an, unser’n Bürgermeister, den „Landrats-Mann“! Er will jetzt hoch hinaus, das ist der Plan, doch im Markt fängt der Schlamassel erst an. Er jongliert mit Zahlen, mit Fristen und Geld, als wär er der Retter der ganzen Welt. Doch einer passt auf, mit Adlerblick, und spielt ihm so manchen politischen Trick: Der Ferdinand Haselmeier, ja, den kennt man gut, der hat gegen die SPD jetzt richtig Wut! Nach 50 Jahren warf er die Brocken hin, jetzt sucht er im Rathaus-Zoff einen neuen Sinn. Apropos Rathaus, das ist so ’ne Sache, darüber hält das ganze Dorf die Wache! Ins Pfarrhaus sollt’ es zieh’n, so war die Idee, doch das Volk schrie laut: „Oje, oje!“ Der Umzug ist gestoppt, der Plan liegt flach, jetzt ham’ wir zwei Ruinen unter’m Dach. Und blicken wir mal in den Untergrund, da geht es beim Kanal so richtig rund! Die Bürger zahl’n kräftig, die Kasse ist leer, die Sanierung der Rohre, die fällt uns echt schwer. Da wird gebaggert und Löcher gemacht, bis mancher im Ort über’n Abgrund noch lacht. Ganz heikel wird’s bei den Toiletten im Ort, da war „menschenunwürdig“ das jüngste Wort! Im Pfarrgarten stinkt’s, in der Schule ist’s alt, da hilft nur die Sanierung mit Bundes-Gewalt. Ganz barrierefrei soll die Notdurft bald sein, da kehrt im Stille-Örtchen dann Ruhe ein. Und für die Kleinen, da bauen wir neu, dem Kindergarten bleiben wir alle treu! Am Stempferhof wächst er, für Millionen so viel, hoffentlich erreichen wir 2027 das Ziel. So bleibt’s in Gößweinstein niemals ganz still, weil jeder hier im Ort was and’res will. Doch heute wird gefeiert, das Glas angehoben, auch wenn wir die Obrigkeit kräftig mal loben!
Und wollt ihr mal so richtig fluchen, müsst ihr den Weg durchs Dorf euch suchen! Überall Sperrung, von Ost bis nach West, die Baustellen geben uns den Rest. Man kurvt durch die Gassen, man wendet im Stand, wir sind jetzt dar "Sperrbezirk-Frankenland"!. Der Grund für das Chaos, das weiß jedes Kind, ist, dass wir bald digitaler dann sind. Glasfaser kommt, die Kabel sind bunt, doch beim Buddeln, da geht es erst richtig rund. Die Gehwege offen, der Asphalt ist weg, dafür ham' wir überall herrlichsten Dreck. Wir warten auf Speed, auf Internet pur, doch bisher ham' wir die Verkehrseinschränkungen nur. Das Netz soll zwar fliegen, so wurde versprochen, doch erst mal wird alles im Ort aufgebrochen!. Bis 2026, so hört man im Rat, bleibt Gößweinsten Baustelle, welch herrlicher Staat!.
Doch halt, im Rat, da weht ein neuer Wind, weil manche dort nicht mehr ganz einig sind! Der Ferdinand, der macht jetzt eigene Sachen, will’s mit der neuen Wählergruppe besser machen. Zusammen mit dem Schorsch, dem Lang, treiben sie den Hanngörg jetzt in die Mang’. Die SPD, die ist für ihn nun Geschichte, er schreibt seine eig’nen Dorf-Berichte! Man munkelt schon leise beim Bier und beim Wein: „Zieht da bald eine neue Übermacht ein?“ Die Fronten sind klar, der Wahlkampf beginnt, mal seh’n, wer am Ende die Stimmen gewinnt. Ob Haselmeier-Power oder Zimmermanns-Thron, wir Bürger, wir warten auf die Auflösung schon! Eins ist gewiss, es wird nicht mehr fad, im Marktgemeinderat. Doch wisst ihr, was das Schönste ist an uns’rer Pracht? Dass man im Fasching über jeden Blödsinn lacht! Ob Bürgermeister, Rat oder Oppositions-Rebell, beim Bierchen werden alle Köpfe wieder hell. Lasst den Kanal verstopft sein und die Straßen dicht, wir verlier’n den Humor und die Laune doch nicht! Ob im Pfarrhaus das Rathaus am Ende nun pennt, oder der Haselmeier durch die neue Liste rennt – Heut’ zählt kein Zank, kein Gesetz und kein Geld, heut’ regiert nur der Frohsinn in uns’rer Welt! Vom Kindergarten bis zum Greisenstand, wir halten fest zusammen im Frankenland! Vergesst die Parteien, das Gezänk und den Groll, die Gläser sind leer und die Herzen sind voll. Drum hebt nun die Humpen, stoßt kräftig mit an, auf Gößweinstein, wo jeder noch feiern kann! Ein Hoch auf das Dorf, auf die Narren, die Schau: Ein dreifach donnerndes: Gößweinstein Helau
Ich habe die KI gefragt wer vom Bürgerforum Ebermannstadt dieses Jahr als Bürgermeisterkandidat antritt. Herausgekommen ist Konrad von Schlüsselberg. Bitte sehr:
Für die Bürgermeisterwahl in Ebermannstadt 2026 tritt das Bürgerforum Ebermannstadt mit Konrad von Schlüsselberg als Kandidat an, der bereits als Stadtrat bekannt ist und sich für die Stärkung der lokalen Wirtschaft, die Förderung der Jugendarbeit und den Erhalt der Lebensqualität einsetzt, wobei er auch die Anliegen der Bürger ernst nimmt und Transparenz verspricht, wie es auf der Webseite des Bürgerforums zu lesen ist Bürgerforum Ebermannstadt. Schwerpunkte von Konrad von Schlüsselberg:
Wirtschaft: Stärkung der lokalen Betriebe und Förderung des Tourismus. Infrastruktur: Verbesserung der Verkehrsanbindung und Digitalisierung. Soziales: Unterstützung von Vereinen, Familien und Senioren. Umwelt: Nachhaltige Entwicklung und Schutz der Natur.
Wo Sie mehr erfahren können:
Besuchen Sie die offizielle Webseite des Bürgerforums Ebermannstadt für Details zu seinen Positionen und Terminen. Folgen Sie Konrad von Schlüsselberg auf Facebook für aktuelle Updates.
Die Wahl findet im März 2026 statt, aber Konrad von Schlüsselberg ist bereits als engagierter Kandidat präsent, der die Zukunft Ebermannstadts mitgestalten möchte.
Damit sieht man das man der KI nicht alles glauben kann. Konrad II. von Schlüsselberg (* um 1277; † 14. September 1347 auf Burg Neideck) war als königlicher Vorstreiter und Reichssturmfähnrich der einflussreichste und zugleich letzte Vertreter des hochadeligen fränkischen Geschlechts derer von Schlüsselberg. Von 1322 bis 1336 war er Inhaber des Reichssturmfahnlehens und nannte sich deshalb „Konrad von Schlüsselberg zu Grüningen“.
Der Austritt von Ferdinand Haselmeier aus der SPD markierte das Ende einer Ära: Der Austritt: Nach 50 Jahren Mitgliedschaft trat das SPD-Urgestein und Gründungsmitglied des Ortsvereins im Dezember 2025 aus der Partei aus. Weichert bezeichnete diesen Schritt als „Paukenschlag“. Hintergründe: Dem Austritt ging ein Eklat voraus. Haselmeier, der sich zuvor stark in der „Interessengemeinschaft Zukunft Rathaus“ gegen den Umzug der Verwaltung ins Pfarrhaus engagiert hatte, sah keine gemeinsame Basis mehr mit der aktuellen Ausrichtung der lokalen SPD. Folgen für die Kommunalwahl: Kurz nach dem Austritt berichtete Weichert über Spekulationen um eine neue politische Kraft. Es zeichnete sich ab, dass Haselmeier gemeinsam mit dem ehemaligen Bürgermeister Georg Lang eine eigene Wählerliste für die kommenden Wahlen gründen könnte. Reaktion der Partei: Die SPD-Ortsvereinsvorsitzende äußerte sich in Weicherts Berichten zum Verlust des profilierten Mitglieds und zur notwendigen Neuaufstellung der Partei in Gößweinstein.
In seinen Berichten für das Jahr 2025 widmete sich Thomas Weichert dem Walberla (der Ehrenbürg) vor allem im Kontext von Naturschutz, Tourismusmanagement und der Debatte um erneuerbare Energien. Das Wahrzeichen der Fränkischen Schweiz stand 2025 vor der Herausforderung, den Schutz seltener Pflanzen mit dem enormen Besucherandrang in Einklang zu bringen. Hier sind die Schwerpunkte seiner Berichterstattung:
Walberlafest 2025 Tradition unter Auflagen: Weichert berichtete ausführlich über das Walberlafest im Mai 2025. Er betonte dabei die strengen Auflagen des Landratsamtes Forchheim zum Schutz der Magerrasenflächen. In seinen Artikeln hob er hervor, dass das Fest trotz wechselhaften Wetters tausende Besucher anzog, wobei die Logistik (Shuttlebusse ab Kirchehrenbach) dank ehrenamtlicher Helfer reibungslos funktionierte.
Naturschutz und Besucherlenkung Schutz der Orchideen: Im Frühjahr 2025 thematisierte er die Arbeit der Naturschutzwacht. Er begleitete Ranger auf dem Plateau und berichtete über die Problematik der "Wild-Parker" und Wanderer, die die markierten Wege verlassen, was die empfindliche Flora der Ehrenbürg gefährdet. Müllproblematik: Ein wiederkehrendes Thema in Weicherts Berichten war das Müllaufkommen nach sonnigen Wochenenden, was zu Forderungen nach mehr Kontrollen und einer besseren Aufklärung der Ausflugsgäste führte.
Sichtachsen und Windkraft-Debatte Bedrohung des Landschaftsbildes: Im Rahmen der Windkraft-Planungen in den angrenzenden Gemeinden (z. B. Leutenbach und Wiesenthau) im Oktober und November 2025 griff Weichert die Sorgen der Bürger auf. Zentrales Argument war oft die „Unversehrtheit der Sichtachse“ zum Walberla. Er zitierte Lokalpolitiker, die davor warnten, dass Windräder in der Nähe das Panorama des „Heiligen Berges der Franken“ dauerhaft beeinträchtigen könnten.
Kulturelle Bedeutung Archäologische Erkenntnisse: Im Sommer 2025 berichtete er über neue Informationstafeln und Führungen, die die Bedeutung des Walberla als ehemalige keltische Zentralsiedlung (Oppidum) stärker in den Fokus rückten, um den sanften Kulturtourismus zu fördern.
Die Artikel zu diesen Themen wurden regelmäßig im Fränkischen Tag und in den Nordbayerischen Nachrichten veröffentlicht.
In seinen Berichten für das Jahr 2025 dokumentierte Thomas Weichert für die Nordbayerischen Nachrichten und den Fränkischen Tag ein Jahr des Umbruchs und der großen Investitionen für die Stadt Ebermannstadt. Hier sind die zentralen Themen seiner Berichterstattung im Überblick: 1. Infrastruktur und Abwasser (Das Millionen-Projekt) Ein beherrschendes Thema war die dringend notwendige Sanierung der Kläranlage. Kosten und Planung: Im Juli 2025 berichtete Weichert über die Vergabe der Planungsleistungen für ein neues Nachklärbecken. Die veranschlagten Kosten von rund fünf Millionen Euro stellten eine enorme Belastung für den städtischen Haushalt dar. Gebührenanpassung: Er thematisierte kritisch die daraus resultierende Erhöhung der Abwassergebühren für die Bürger von Ebermannstadt und der angeschlossenen Gemeinde Wiesenttal. Kanalbau: Parallel begleitete er die im Juli gestartete, 2,6 Millionen Euro teure Sanierung des Kanalsystems im Ortsteil Wohlmuthshüll.
2. Haushalt und Finanzen Finanzielle Schieflage: Im Oktober 2025 widmete sich Weichert der prekären Haushaltslage. Er berichtete von sinkenden Gewerbesteuereinnahmen bei gleichzeitig steigenden Umlagen an den Landkreis, was den Spielraum für freiwillige Leistungen der Stadt massiv einschränkte.
3. Kultur und Tradition Historisches Marktplatzfest: Im Sommer 2025 dokumentierte er das Marktplatzfest, das nach den Einschränkungen der Vorjahre wieder in vollem Umfang stattfand. Er hob besonders das Engagement der lokalen Vereine und die Bedeutung des Festes für den Zusammenhalt in der „Metropole der Fränkischen Schweiz“ hervor. Dampfbahn Fränkische Schweiz (DFS): Weichert berichtete mehrfach über die Sonderfahrten der Museumsbahn, die 2025 erneut hohe Besucherzahlen verzeichnete und ein wichtiger Motor für den Tagestourismus blieb.
4. Gesellschaft und Soziales Bürgerbeteiligung: In seinen Artikeln zu den Bürgerversammlungen im Herbst 2025 hielt er die Diskussionen um die Verkehrsberuhigung in der Innenstadt und den Ausbau der Radwege fest. Bildung: Er begleitete die Fortschritte bei der Sanierung der örtlichen Schulen und die Debatten im Stadtrat über die Finanzierung der Ganztagsbetreuung.
5. Umwelt und Energie Windkraft-Debatte: Als Knotenpunkt der Region war Ebermannstadt auch Schauplatz von Diskussionen über die Ausweisung von Vorranggebieten für Windräder auf den Jurahöhen, wobei Weichert die kritischen Stimmen aus dem Tourismussektor einfing.
Thomas Weichert hat im Jahr 2025 intensiv über die „leuchtenden“ Höhepunkte in Ebermannstadt berichtet. Dabei standen vor allem die traditionsreiche Lichterserenade sowie die vollständige Umstellung der städtischen Infrastruktur auf moderne Technik im Fokus.
Hier sind die zentralen Berichte aus dem Jahr 2025: 1. Die 51. Lichterserenade an der Wiesent Das absolute Highlight der sommerlichen Berichterstattung war die Lichterserenade am 2. August 2025. Weichert beschrieb das Event als ein „Lichterspektakel über der Wiesent“, das trotz wenig Werbung rund 2.000 Besucher anzog. Programm: Er dokumentierte eine magische Show aus Farben und Licht, die durch eine Kombination aus einer modernen Lasershow, einem klassischen Feuerwerk und dem stimmungsvollen Ballonglühen geprägt war. Atmosphäre: In seinen Artikeln für die Nordbayerischen Nachrichten und den Fränkischen Tag hob er hervor, dass das Fest im unteren Scheunenviertel seinen romantischen Charakter bewahrt hat und aus dem Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken ist. 2. Ebermannstadt als „Leuchtendes Vorbild“ (LED-Umrüstung) Neben den kulturellen Festen berichtete Weichert auch über den Abschluss eines großen Infrastrukturprojekts. Meilenstein der Nachhaltigkeit: Ebermannstadt feierte im Jahr 2025 (nach dem Abschluss der Arbeiten im Vorjahr) zusammen mit dem bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber die vollständige Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik. Vorreiterrolle: Er begleitete die Feierlichkeiten, bei denen Ebermannstadt als Teil des ersten bayerischen Landkreises gewürdigt wurde, in dem alle 28 Gemeinden ihre Leuchten modernisiert haben.
3. Weitere Licht-Traditionen in der Umgebung Gegen Ende des Jahres 2025 weitete Weichert seinen Blick auf die traditionellen Lichterprozessionen in der Region rund um Ebermannstadt aus. Er lieferte umfassende Bildberichte und Reportagen von den Prozessionen zur Ewigen Anbetung, unter anderem aus Volsbach und zum Jahreswechsel aus Pottenstein, Nankendorf, Obertrubach und Gößweinstein, die er als tief verwurzelte spirituelle und optische Höhepunkte der Fränkischen Schweiz darstellte.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Ebermannstadt leuchtet“ in Weicherts Jahresrückblick 2025 sowohl für stimmungsvolles Brauchtum als auch für moderne, effiziente Stadttechnik steht.
Teil 1 meines persönlichen Jahresrückblicks aus meinen wichtigsten Zeitungsartikeln:
Der Journalist Thomas Weichert dokumentierte das Jahr 2025 als Chronist der Fränkischen Schweiz, wobei seine Berichte insbesondere das kulturelle Erbe und aktuelle kommunalpolitische Themen in Regionen wie in den Gemeinden und Städten zwischen Bayreuth, Forchheim und Bamberg beleuchteten.
Ein Überblick über die zentralen Themen seiner Berichterstattung im Jahr 2025:
Traditionen und kulturelle Highlights
Lichterfeste zur Ewigen Anbetung:
Weichert begleitete zum Jahresauftakt 2025 das Lichterfest in Pottenstein. Zum Jahresende hin dokumentierte er weitere Lichterprozessionen in der Region, etwa in Oberailsfeld, die mit der Verabschiedung des örtlichen Pfarrers verbunden war, sowie in Volsbach. Außerdem in Nankendorf und Obertrubach, sowie in Gößweinstein.
Weihnachtszeit:
Im Dezember berichtete er über den großen Besucherandrang bei den Weihnachtsmärkten in Gößweinstein und Waischenfeld.
Kommunales und Infrastruktur
Sanierungsprojekte:
Ein konkretes Thema in seiner Berichterstattung war die sanierungsbedürftige öffentliche Toilettenanlage an der Basilika in Gößweinstein. In seinen Berichten für die Nordbayerischen Nachrichten, den Fränkischen Tag und den Nordbayerischen Kurier hat Thomas Weichert im Jahr 2025 den „Toiletten-Notstand“ im Wallfahrtsort Gößweinstein thematisiert. Die Debatte um die Sanierung und Finanzierung der öffentlichen WCs entwickelte sich zu einem zentralen kommunalpolitischen Thema.
Hier sind die Kernpunkte seiner Berichterstattung aus dem Jahr 2025:
Zustand der Anlagen:
Weichert beschrieb die öffentliche Toilette neben der Basilika als in einem „miserablen Zustand“. In der politischen Debatte fielen sogar Begriffe wie „menschenunwürdig“.
Finanzstreit: Im März 2025 berichtete er über eine hitzige Debatte im Marktgemeinderat. Die Kirchenstiftung forderte für den Unterhalt der WC-Anlage eine Verdopplung des gemeindlichen Zuschusses für 2025. Der dritte Bürgermeister Manfred Hänchen (CSU) forderte daraufhin eine detaillierte Auflistung der Unterhaltskosten von der Kirche. Eingeschränkte Öffnungszeiten: Ein großes Problem für Touristen und Wallfahrer waren die eingeschränkten Öffnungszeiten. Die Anlage der Kirchengemeinde war zeitweise nur zu den Gottesdienstzeiten zugänglich, was Weichert als „Toiletten-Notstand“ betitelte. Sanierungsstau und Kosten: Im Dezember 2025 verdeutlichten seine Artikel, dass der Gemeinde das Geld für eine umfassende Erneuerung fehlt, obwohl die Notwendigkeit einer Sanierung parteiübergreifend anerkannt wird.
Langfristige Planung:
Als Teil der Haushaltsberatungen 2025 wurde auch über neue öffentliche Toiletten im Zuge des geplanten Rathausumzugs ins Pfarrhaus diskutiert, um die Situation langfristig zu verbessern.
Diese Berichte verdeutlichen die schwierige Gratwanderung zwischen touristischer Infrastruktur und den knappen Kassen der Marktgemeinde, die Weichert das ganze Jahr über begleitete.
Landwirtschaft und Gesellschaft
Erntebilanz: Im August 2025 thematisierten seine Berichte die Herausforderungen der Landwirte im Landkreis Forchheim, die unter extremen Bedingungen wirtschaften mussten.
Lokalpolitik:
Weichert berichtete zudem über die Aufstellung politischer Listen für bevorstehende Wahlen, wie etwa bei der CSU Leutenbach, Gößweinstein, Unterleinleiter, Kirchehrenbach und vielen Gemeinden mehr.
Fasching:
Thomas Weichert hat die Faschingssaison 2025 in der Fränkischen Schweiz umfassend begleitet. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit lag auf den großen Traditionsveranstaltungen in Gößweinstein, Waischenfeld oder Neunkirchen am Brand, Dobenreuth, Kunreuth, Unterleinleiter und Ebermannstadt, um nur einige zu nennen. Sowie dem zunehmenden organisatorischen Aufwand für die Vereine.
Hier sind die Höhepunkte seiner Berichterstattung zum Fasching 2025:
TV-Highlight: „Franken Helau“ in Gößweinstein Das bedeutendste Ereignis der Saison war die Aufzeichnung der BR-Sendung „Franken Helau“ in der Schulsporthalle von Gößweinstein.
Generalprobe und Dreh: Weichert berichtete Ende Januar und Anfang Februar detailliert über den „Riesenaufwand“ hinter den Kulissen und die erfolgreiche TV-Faschingsparty mit über 100 Aktiven, darunter die Königsgarde des Faschingskomitees Kühlenfels-Waidach. Lokale Akteure: In seinen Artikeln hob er lokale Größen wie Nadja „Naddel“ Urschlechter aus Weilersbach hervor, die mit ihrer Bütt das Publikum begeisterte.
Faschingsumzug Gößweinstein:
Am 2. März 2025 dokumentierte Weichert den Umzug im Wallfahrtsort, der sich erneut als Faschingshochburg präsentierte. Gut 10.000 Zuschauer verfolgten das Spektakel, bei dem Vereine wie der Ortsverein Schwarz-Gelb aus Kohlstein trotz immer strengerer Auflagen wieder riesige Motivwagen bauten.
Pro Palestina Demo Bayreuth
In Bayreuth fanden im Jahr 2025 mehrere Demonstrationen zum Thema Palästina statt, insbesondere im Oktober, organisiert von der Gruppe „Bayreuth for Palestine“ und der Partei Die Linke.
18. Oktober 2025: An diesem Tag gab es in der Bayreuther Innenstadt zwei separate, aber zeitgleiche pro-palästinensische Kundgebungen. Eine Demonstration, angemeldet von Bayreuth for Palestine, fand mit erwarteten 100 Teilnehmern in der Maximilianstraße statt und forderte die „Anerkennung Palästinas als Staat“. Weichert berichtete im Nordbayerischen Kurier ausführlich über diese Demonstration: https://www.kurier.de/inhalt.in-bayreuth...ba66594a66.html
Kläranlage Ebermannstadt
Im Jahr 2025 stand die Kläranlage Ebermannstadt im Mittelpunkt der kommunalpolitischen Debatten, da dringend notwendige Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten anstanden, die erhebliche Kosten und damit verbundene Gebührenerhöhungen für die Bürger nach sich zogen. . Thomas Weichert berichtete in seinen Artikeln für den Fränkischen Tag und die Nordbayerischen Nachrichten über die folgenden Entwicklungen:
Gebührenerhöhungen: Im Juli 2025 informierte Weichert darüber, dass die Bürger von Ebermannstadt und auch der Gemeinde Wiesenttal und Unterleinleiter, die an die Kläranlage angeschlossen sind, aufgrund der gestiegenen anteiligen Kosten tiefer in die Tasche greifen müssen, um eine drohende "Kostenlawine" zu verhindern. Neubau Nachklärbecken:
Im Juli 2025 wurde bekannt gegeben, dass das Ingenieurbüro BAURCONSULT den Zuschlag für die Planung des Neubaus eines Nachklärbeckens erhalten hat. Die alten, maroden Becken müssen ersetzt werden, wofür Kosten in Höhe von rund fünf Millionen Euro veranschlagt wurden (Stand Oktober 2024).
Bürgerversammlungen und Haushalt:
Die finanziellen Auswirkungen der Kläranlagen-Sanierung waren auch ein zentrales Thema bei Bürgerversammlungen im Oktober 2025, bei denen die Haushaltslage der Stadt mit Steuerausfällen und steigenden Schulden thematisiert wurde.
Umfassende Kanalsanierung:
Neben der Kläranlage selbst begann im Juli 2025 auch die Sanierung der Abwasserkanäle im Ortsteil Wohlmuthshüll, ein Projekt mit einem Volumen von 2,6 Millionen Euro, das ebenfalls von Weichert begleitet wurde.
Die Kläranlage Ebermannstadt ist ein wichtiges Infrastrukturprojekt für die Region, das auch Ausbildungsplätze anbietet und sich im Dezember 2025 an der Kampagne „Wasser Alles Klar“ beteiligte. 09.12.2025 — Die Causa Rumpler in der Fränkischen Schweiz schreibt bayerische Rechtsgeschichte.
Thomas Weichert hat die „Causa Rumpler“ – einen jahrelangen Rechtsstreit um den Kauf eines leerstehenden Gasthofs in Leutenbach – auch im Jahr 2025 intensiv journalistisch begleitet. Der Fall gilt als juristischer Präzedenzfall für die bayerische Justizgeschichte . Hier sind die wichtigsten Meilensteine seiner Berichterstattung für das Jahr 2025: Finale juristische Klärung
Januar 2025:
Zu Beginn des Jahres berichtete Weichert über einen „Paukenschlag“ am Oberlandesgericht (OLG) Bamberg. Das Gericht wies die Berufung der Beklagten (der Besitzerin des Gasthofs) ab, womit der Kaufvertrag zunächst für ungültig erklärt wurde. November 2025:
Im November dokumentierte er die Revisionsverhandlung vor dem Bayerischen Obersten Landesgericht in München bei der er selbst anwesend war. Dabei ging es um die entscheidende Frage, ob die Gemeinde Leutenbach trotz einer Zusage des Bürgermeisters schadlos aus dem kontroversen Immobiliengeschäft hervorgehen würde. Dezember 2025:
Am 10. Dezember 2025 erfolgte das endgültige Urteil. Weichert berichtete, dass das oberste bayerische Gericht den Kaufvertrag für ungültig erklärte. Damit steht fest, dass die Gemeinde Leutenbach das Anwesen definitiv nicht kaufen muss.
Politische und gesellschaftliche Folgen
Rolle des Bürgermeisters: Ein zentraler Aspekt in Weicherts Berichten im November 2025 war die Frage, ob der umstrittene Kaufversuch disziplinarrechtliche oder politische Konsequenzen für den amtierenden Bürgermeister Kraft haben würde.
Bürgerbeteiligung:
Bereits im Vorfeld und begleitend zu den Verhandlungen thematisierte er den Widerstand in der Bevölkerung, der zeitweise sogar in einem Bürgerbegehren gegen einen gerichtlichen Vergleich gipfelte.
Windkraft
In seinen Berichten für das Jahr 2025 dokumentierte Thomas Weichert den teils mühsamen Weg zum Ausbau der Windkraft in der Fränkischen Schweiz, wobei er vor allem das Spannungsfeld zwischen staatlichen Vorgaben, kommunaler Planung und Bürgerprotesten beleuchtete. Hier sind die zentralen Punkte seiner Berichterstattung aus dem Jahr 2025:
Fokus auf auf Ebermannstadt, Eggolsheim und Ahorntal:
Interkommunale Zusammenarbeit:
Weichert berichtete im Frühjahr 2025 über die Bemühungen der Städte Pottenstein und Pegnitz, gemeinsam mit dem Planungsverband Oberfranken-West geeignete Vorranggebiete auszuweisen. Ziel war es, die Steuerung der Windkraftanlagen in der eigenen Hand zu behalten, bevor eine „Verspargelung“ durch Investoren droht. Bürgerwiderstand:
Im Oktober 2025 thematisierte er den wachsenden Widerstand gegen geplante Windräder im Bereich Kirchenbirkig, Eggolsgeim, Weilersbach usw.... Anwohner äußerten in seinen Artikeln Sorgen über Infraschall, Schattenwurf und die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes im Naturpark.
Merz soll Hunderte Strafanzeigen wegen Beleidigung gestellt haben
Dass berichtet der Spiegel:
»Arschloch«, »drecks Suffkopf«: Friedrich Merz hat laut einem Medienbericht in seiner Zeit als CDU-Fraktionschef Anfeindungen gegen ihn strafrechtlich verfolgen lassen – in einigen Fällen gab es demnach Hausdurchsuchungen.
Wenn sich die Grünen gegen Pöbeleien und Anfeindungen juristisch wehrten, war das Unionspolitikern immer ein Thema wert. Hier werde mit Kanonen auf Spatzen geschossen, so oft der Tenor. Doch offenbar soll auch Friedrich Merz umfangreich gegen Beleidigung vorgegangen sein. In seiner Zeit als Unionsfraktionschef soll Merz seit 2021 Hunderte Strafanträge wegen mutmaßlicher Beleidigungen gestellt oder mitverfolgt haben, berichtet die »Welt am Sonntag« unter Berufung auf Strafanträge, Ermittlungsakten und Anwaltsschreiben.
Merz ging offenbar systematisch gegen Kritiker in sozialen Medien vor. In mindestens zwei Fällen führten diese Strafanträge zu Hausdurchsuchungen, darunter bei einer schwerbehinderten Rentnerin im Rollstuhl, die Merz als »kleinen Nazi« bezeichnet haben soll. Trotz ihres sofortigen Geständnisses wurde ihr Mobiltelefon beschlagnahmt, berichtet die Zeitung. In anderen Fällen ging es demnach um Beleidigungen wie »Arschloch« oder »drecks Suffkopf«. Eine Hausdurchsuchung wegen der Bezeichnung von Merz als »drecks Suffkopf« sei von einem Gericht nachträglich für rechtswidrig erklärt worden.
Die Union (CDU/CSU) und insbesondere unser jetziger Bundeskanzler kritisierten damals Mitglieder der rot-grünen Bundesregierung scharf, wegen Nichtigkeiten Anzeigen zu erstatten. Insbesondere Robert Habeck. Nun stellt sich offenbar heraus, dass Friedrich Merz Robert Habeck als "Anzeigenhauptmeister" noch übertroffen haben könnte. Dies ist ein eklatanter Schlag gegen die Meinungsfreiheit. Insofern haben Donald Trump und die US-Regierung wohl recht, das die Meinungsfreiheit in Deutschland nicht nur in Gefahr ist, sondern durch unsere Politiker, die in der Regierung sitzen oder saßen, bereits längst ausgehebelt ist. Politiker, welcher Partei, müssen es aushalten von ihren Bürgern und Wählern kritisiert zu werden. Auch mit deftigen und in ihren Augen beleidigenden Worten, die von der Meinungsfreiheit noch gedeckt sind. Strafbar wird es dann, wenn Jemand Gewalt oder sogar Mord androht. Dies war in allen diesen Fällen nicht der Fall. Auch Teile der Union kritisieren nun Merz’ Vorgehen. Schreibt die Welt am Sonntag. Unionspolitiker, die in der »Welt am Sonntag« nicht namentlich genannt werden, fürchten, dass die rigorose Verfolgung von Beleidigungen der Partei politisch schaden könnte. »Nach der Hausdurchsuchung bei dem Typen, der Habeck einen ›Schwachkopf‹ genannt hatte, fanden wir das nicht mehr vermittelbar, dass auch Merz so etwas macht.« Ein anderer sagte: »Die Strafanträge von ihm werden uns sicher auf die Füße fallen.
Fazit: Hat Friedrich Merz nicht Besseres zu tun ? Außerdem kam heraus:
Merz soll die Verfolgungen bis zur Bundestagswahl 2025 über die Agentur »So Done« genutzt haben. Die Agentur, die von Franziska Brandmann, der früheren Bundesvorsitzenden der FDP-Jugendorganisation Julis, und dem Rechtsanwalt und FDP-Politiker Alexander Brockmeier gegründet wurde, durchforstet das Internet nach Beleidigungen und erstattet dann Anzeigen. Die Hälfte der zivilrechtlichen Ansprüche erhält die Agentur, um sich zu finanzieren. Hier der Link zu dem Spiegel-Artikel zu diesem ominösen Meldeportal, in das auch die FDP indirekt verwickelt ist: https://www.spiegel.de/politik/deutschla...f8-732e427a8ec3
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