Zählt die Saufkultur in Aufseß so viel ? - Ehemaliger dritter Bürgermeister macht seinem Ärger Luft
Von Thomas Weichert
AUFSESS
Der Konflikt Bierwanderer kontra Landwirte ist nicht neu. Während der jüngsten Gemeinderatssitzung machte nun der ehemalige dritte Bürgermeister von Aufseß, Siegfried Dormann aus Hochstahl, seinem Ärger als Landwirt darüber Luft. Außerdem vermutet Dormann, dass Bürgermeister Ludwig Bäuerlein (CSU) persönlich etwas gegen ihn hat.
Dormann bezog sich auf einen Vorfall der sich am Samstag vor einer Woche ereignete als er auf seinem Feld Mais silierte und diesen dann einen gepflasterten Flurweg abfuhr den er dadurch nur leicht verschmutzte. Andere Landwirte, die dort ebenfalls auf den Feldern arbeiteten, benutzen laut Dormann einen Querweg der dadurch stark ramponiert wurde. Prompt bekam Dormann dann einen Anruf von VG-Geschäftsleiter Günther Bienfang der ihn aufforderte, die Verschmutzung des Flurweges umgehend zu beseitigen. Da Dormann wissen wollte wer ihn angeschwärzt habe, aber keine Auskunft darüber bekam, Platze ihm der Kragen. „Soll ich denn am Sonntag die Wege saubermachen und wo ist da die Gleichbehandlung“, polterte Dormann. Oder: „Ist das Feigheit, dass die Menschen die einen hinhängen, keinen Charakter haben ?“ Laut Dormann handelt es sich um einen Flurbereinigungsweg der für die Landwirtschaft geschaffen wurde und die Landwirte dafür auch unentgeltlich ihr Land abgetreten haben. Illegal würden auf diesen Wegen aber auch Autos fahren. Dann kam Dormann erst richtig in Fahrt. Bierwanderer in Scharen, 1000 an einem Wochenende seien keine Seltenheit, und deren Hunde würden seine Felder und Wälder mit Kot verunreinigen. Dies führe zu Totgeburten und Missbildungen bei seinen Milchkühen. Ein Viertel seines Viehs sei dadurch schon belastet und geht ein Kalb dadurch verloren und muss die Kuh dann auch noch geschlachtet werden, liegt der Schaden pro verlorengegangenem Tier mit Tierarztkosten locker bei 1000 Euro. Da der Brauereiweg auch an seinen Wäldern vorbei führt stinkt wegen der Hinterlassenschaften der Bierwanderer und der Hunde manchmal so erbärmlich dass er kein Käferholz mehr schlagen konnte. Ein Dorn im Auge ist Dormann auch der Wohnmobilstellplatz in Hochstahl. Auch die Wohnmobilisten sieht er als Mitverursacher für die Verschmutzungen. Als er auf eine Flurweg fuhr hätten sogar schon angetrunkene Bierwanderer mit Stöcken auf seinen Schlepper eingeschlagen. „Tier- und Menschenkot, was sollen wir noch alles ertragen was mit den Bierwanderern auf uns zukommt“, so Dormann weiter und: „Zählt in Aufseß die Saufkultur so viel, die sogar noch subventioniert wird ?“. An die kleinen Bürger werde im Rathaus von Aufseß nicht gedacht, wetterte Dormann weiter und merkte noch an das die Grundsteuer auf 400 Prozentpunkte erhöht wurde. „Wir werden das Ganze durchsprechen.“ Das war die einzige Antwort die Dormann während der Sitzung von Bürgermeister Bäuerlein bekam. Wenn er nun nicht erfährt wer ihn angeschwärzt hat und nichts geschieht, will Dormann seinen Rechtsanwalt einschalten.
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