Gössweinstein: Etz langts - Lang bringt alle auf die Palme
Von Thomas Weichert
GÖSSWEINSTEIN Viel Kritik musste sich Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG) von seinem Amtsvorgänger Georg Lang (CSU) während der Haushaltsberatung zum Verwaltungsvorschlag des Vermögensetat 2017 im Haus des Gastes anhören. So mancher Einwand oder Änderungsvorschlag Langs brachte jedoch so manchen seiner Ratskollegen und auch Marktgeschäftsstellenleiter Peter Thiem sichtlich auf die Palme.
So zum Beispiel bei der südlichen Ortsumgehung von Gößweinstein über den so genannten „Finsterweg“ zwischen Gößweinstein und Etzdorf. Die Ortsumgehung zur Entlastung des Kernortes durch den Schwerlastverkehr ist seit Jahrzehnten Dauerthema im Gemeinderat. Lang kritisierte dass dafür im Finanzplanungszeitraum bis 2019 kein einziger Cent eingeplant sei und lediglich als Information ab dem Jahr 2021 und der Folgejahre 1,8 Millionen Euro dafür im Plan auftauchen. Daraus schlussfolgerte Lang das die Ortsumgehung nicht gewollt sei und man weiterhin den Schwerlastverkehr in Gößweinstein haben wolle. Grundlage um überhaupt Zuschüsse für eine Ortsumgehung beantragen zu können wäre laut Lang ein Verkehrsgutachten in Gößweinstein. Er schlug daher vor hierfür in den Finanzplan 5.000 oder 10.000 Euro mit einzuplanen. Dies stieß jedoch bei allen Räten auf Ablehnung. „Wenn wir die Ortsumgehung wollen dann müssen wir das zum Schwerpunktthema machen und das Rathaus und die Turnhalle zurückstellen“, so Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG). Laut Thiem, der Lang aufforderte zu konkretisieren was in den Plan genau aufgenommen werden soll, könne man eine Ortsumgehung schlichtweg nicht durchführen. Dies sah Lang anders.
Keiner versteht Lang
Gerade jetzt sei wegen der guten Haushaltslage eine gute Zeit für Straßensanierungen. Jetzt müsse man das Geld in die Infrastruktur stecken um den Haushalt dann in schlechten Zeiten zu schonen, so Lang. Eine noch einzustellende qualifizierte Kraft für das Bauamt könne dann auch die Ortsumgehung planen, so Lang weiter der betonte, dass es auch im Verantwortungsbereich des Bürgermeisters liege seine Mitarbeiter zu entlasten. „Welcher Ansatz soll rein. Wenn heute das Theater wieder losgeht wie letzte Woche, so was haben wir noch nicht gehabt“, platzte nun Thiem der Kragen. „Ich verstehe dich überhaupt nicht mehr“, so Rainer Polster (FWG) zu Lang. Schließlich habe man nächstes Jahr den Bau der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Leutzdorf und Hartenreuth (500.000 Euro) und ab 2020 dann auch die Straße zwischen Sachsendorf und Siegmannsbrunn mit drin. Zudem habe dies nichts damit zu tun das der Gemeinderat die Ortsumgehung nicht will. Zielstrebig müsse zunächst das Rathaus, der Breitbandausbau und die Schulsanierung angegangen werden, so Polster. „Ich will dir nicht ins Wort fallen, aber ich kann das auch nicht mehr hören“, so auch Georg Rodler (CSU) zu Lang. Ebenso Josef Neuner (BMG) zu Lang: „Du hast zehn mal das gleiche gesagt, wir haben alle Ohren und ich kann es auch nicht mehr hören.“ „Es geht darum zu signalisieren dass die Ortsumgehung wieder aktuell wird“, war Langs Antwort. Für Bernhard Vogel (SPD) fehlt es schlichtweg an der Willensbekundung des Gemeinderats für die Ortsumgehung. Diese müsse man erst einmal einleiten. Schließlich blieb es dabei: Kein Geld für eine Verkehrserhebung zur Gößweinsteiner Ortsumgehung.
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